Mo, 19. Februar 2018

Chancen-Killer

03.04.2012 12:14

Fatale Fehler im Bewerbungs-Gespräch

Das Bewerbungsgespräch ist die entscheidende Runde im Bewerbungsprozess. Du hast nun die Chance, dich zu präsentieren, indem du mit deiner Persönlichkeit und deiner Kompetenz punktest. Dieser Eindruck ist entscheidend für alle weiteren Schritte bzw. die Entscheidung hinsichtlich Zusage. Damit hat das Bewerbungsgespräch auch jede Menge Potenzial für Fehler, mit denen du dir deine Chancen verbauen kannst.

Fehler 1 – Unsicherheit ausstrahlen
Du bist nervös – keine Frage. Dafür hat auch jeder Personaler Verständnis. Trotzdem liegt es an dir, diese Unsicherheit nicht nach außen auszustrahlen. Weißt du, dass du zu zitternden Händen neigst, solltest du langsame Gesten vermeiden, bei denen ein Zittern erkennbar wird. Bekommst du bei Nervosität feuchte Hände, dann nicht die Handflächen auf dem Tisch auflegen und Baumwollkleidung anziehen, an der du unauffällig vor einem Händedruck die Handfläche mit kurzem Auflegen abwischen kannst.

Achte besonders auf eine aufrechte Sitzhaltung mit gestrafften Schultern – in dieser Haltung wirkst du automatisch selbstbewusster, als du dich vielleicht gerade fühlst. Weiters solltest du auf eine deutliche Aussprache konzentriert sein, da du auch so Nervosität und damit verbundenes Nuscheln oder Zittern in der Stimme gut kaschieren kannst.

Fehler 2 – In Extreme verfallen
Bei aller Nervosität solltest du aber natürlich bleiben. Zu ernste Bewerber fallen genauso aus dem Rennen wie hyperfröhliche Dauergrinser. Sei freundlich, ohne permanent fröhlich oder übertrieben zu wirken. Lächeln gehört dazu, muss aber nicht ständig sein. Du wirkst sonst nicht authentisch, und das kann nach hinten losgehen. Dasselbe gilt für übertriebene Ernsthaftigkeit. Das wirkt, als wolltest du hinter einem Pokerface etwas verstecken. Und wenn der Personaler das Gefühl hat, dich nicht einschätzen zu können, fällst du eher aus dem Rennen.

Fehler 3 – Zu dick auftragen
Du hast deine Vorstellungen und Forderungen – keine Frage. Jedoch ist es immer wichtig, diese auf die richtige Art und Weise zu vermitteln. Trägst du zu dick auf, was deinen Marktwert angeht und was du an Gegenleistungen möchtest, wirkt das arrogant und vermittelt dein Eindruck, dass du ein schwieriger Mitarbeiter bist. Verhandeln ja, aber richtig. Streiche jene Punkte heraus, die für deinen potenziellen Arbeitgeber wichtig sind, und konzentriere dich auf die für dich wirklich wichtigen Gegenleistungen. Schließlich bist du im Normalfall in der schwächeren Position: Du willst etwas, was die Gegenseite hat. Aber auch, wenn es umgekehrt ist und du zum Beispiel über einen Headhunter angesprochen wurdest: Bleibe am Boden und werde nicht arrogant oder herablassend, frei nach dem Motto "Ihr wollt ja etwas von mir" – denn das fördert bei aller Qualifikation nicht den Wunsch, mit dir zusammenzuarbeiten.

Fehler 4 – Graue Maus
Pastelltöne sind für ein Bewerbungsgespräch nicht angebracht, genauso wenig wie legerer Freizeitlook. Du willst stark auftreten, also brauchst du Kontraste. Der Klassiker ist noch immer der schwarze Anzug, das schwarze Kostüm, kombiniert mit farbigen Akzenten. So legst du einen akzentuierten Auftritt hin, der ganz von allein wirkt.

Fehler 5 - Keine Fragen haben
Dein potenzieller Arbeitgeber will das Gefühl haben, dass du dich mit der in Frage kommenden Position auseinandergesetzt hast und dich über sein Unternehmen vorab informiert hast. Mache dir daher die Mühe, im Vorfeld einige Fragen zu formulieren. Es muss kein seitenlanger Katalog sein, aber einige wesentliche Fragen – die sich nicht durch einen einzigen Blick auf die Startseite der Unternehmenshomepage beantworten lassen – machen einen guten Eindruck.

Fehler 6 – Kritik üben
Auch wenn in deinem alten Job vielleicht nicht alles perfekt gelaufen ist, solltest du keine Schmutzwäsche im Bewerbungsgespräch waschen. Auch dann nicht, wenn du direkt danach gefragt wirst. Beziehe Beendigungsgründe entweder auf die allgemeine wirtschaftliche Situation oder auf Veränderungswünsche bei dir, aber lass deinen Ex-Arbeitgeber aus dem Spiel. Und gänzlich unproduktiv wäre es, bereits im Bewerbungsgespräch Kritik am potenziellen zukünftigen Arbeitgeber zu üben.

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