So, 18. Februar 2018

BioWare knickt ein

22.03.2012 09:48

Fans setzen sich durch: Neues Ende für "Mass Effect 3"

Unglaublich, aber wahr: Entwickler BioWare knickt vor denjenigen Spielern ein, die sich über das für sie nicht zufriedenstellende Ende von "Mass Effect 3" beschwert haben. Noch sind die Details unklar, doch BioWare-Mitgründer Ray Muzyka verspricht, dass offene Fragen geklärt werden. Die zum Teil haarsträubend negative Kritik macht dem Team offenbar zu schaffen.

Was noch vor Wochen undenkbar schien, hat Muzyka nun im Blog des Unternehmens bekannt gegeben. Er sei sehr stolz auf das "Mass Effect 3"-Team und glaube, dass das Spiel die beste Arbeit des Studios bisher sei. Daher sei es "unglaublich schmerzhaft, Feedback von unseren Core-Fans zu erhalten, dass die Enden des Spiels nicht ihre Erwartungen erfüllt haben", so Muzyka.

Der erste Instinkt sei, die eigene Arbeit zu verteidigen und auf die hohen Kritikerwertungen hinzuweisen, so der BioWare-Geschäftsführer. Doch aus Respekt für die Fans akzeptiere man die Kritik und die Rückmeldungen "mit Demut". Er glaube, dass Spiele eine Kunstform seien, die ihre Kraft aus dem Publikum ziehen, daher sei konstruktive Kritik berechtigt. Allerdings müsse man gleichzeitig die künstlerischen Entscheidungen des Entwicklerteams unterstützen. Daher habe sich das BioWare-Team viele Gedanken gemacht, wie die "Mass Effect 3"-Enden den Spielern mehr zusagen könnten, ohne die künstlerische Integrität des Games zu verlieren.

Heftige Gefühlsausbrüche der Käufer
Man wisse zwar, dass die Spieler durch die Trilogie und die vielen zu fällenden Entscheidungen sehr emotional seien, was "Mass Effect 3" angeht - doch die Heftigkeit der Ausbrüche habe die Entwickler dennoch überrascht, beschreibt Muzyka. Man nehme dies sehr ernst und arbeite bereits hart an einer Lösung. Das Team verfolge daher seit dem Verkaufsstart intensiv die Berichterstattung, Einträge in Foren, auf Facebook und Twitter.

Neues Ende: Offene Fragen sollen beantwortet werden
"Aufbauend auf dieser Forschung, arbeiten Produzent Casey Hudson und sein Team hart an verschiedenen Spielinhalt-Initiativen, die helfen werden, die Fragen zu beantworten, um denjenigen mehr Klarheit zu bringen, die sich einen weitergehenden Abschluss ihrer Reise wünschen", berichtet Muzyka. Im April werde es mehr Informationen geben. Es handle sich um ein zusätzliches Projekt zum bereits zuvor existierenden Plan, neue "Mass Effect"-Inhalte (vermutlich in kostenpflichtiger DLC-Form) und neue Spiele (angeblich ein Online-Multiplayergame) zu veröffentlichen.

"Destruktive Kritik" macht BioWare zu schaffen
Die Kritik der Fans hat BioWare offenbar hart getroffen. Seit Wochen schaukeln sich die Spieler gegenseitig hoch, haben Initiativen gegründet und sich sogar bei der US-Handelskommission beschwert, weil sie sich ein besseres Ende erwartet hatten (siehe Infobox). Dass allerdings nur die letzten fünf Minuten umstritten sind, während der Rest des Games eine außergewöhnlich tolle Spielerfahrung darstellt (siehe Test in der Infobox), geht im Geschrei der Unzufriedenen zum Teil unter. Auch Muzyka kritisiert dies: Zwar sei die Kritik zum Teil berechtigt - zum Beispiel, dass einige Fragen nicht zur letzten Konsequenz beantwortet würden -, sie werde aber immer mehr "destruktiv statt konstruktiv" geäußert. "Wir werden konstruktiver Kritik zuhören und darauf antworten, aber wir werden Attacken gegen unsere Teammitglieder nicht tolerieren, wir werden destruktive Kommentare nicht unterstützen und darauf antworten", stellt der BioWare-Geschäftsführer klar.

Details noch unklar - mehr Informationen im April
Ob das Ende komplett umgeschrieben wird oder zum Beispiel einen Anhang erhält, der die Auswirkungen der getroffenen Entscheidungen klarer macht, enthüllt Muzyka noch nicht. Auch ob der zusätzliche Content kostenlos zur Verfügung stehen wird, ist unklar, nach der ohnehin feindseligen Stimmung der Käufer dürfte dies aber der Fall sein.

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