Mi, 13. Dezember 2017

"Taranis" im Juni 2013

02.03.2012 08:48

Salzburg probt drei Tage lang Szenario des Alpen-Tsunamis

"Eine ganz wichtige Übung", sagt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner über "Taranis". Für drei Tage wird Salzburg im Juni 2013 im Blickpunkt von ganz Europa stehen: Internationale Katastrophenretter von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Bundesheer proben den Ernstfall, wie sie bei einem "Alpen-Tsunami" helfen könnten. Denn das Rote Kreuz Salzburg bekam nun von der EU-Kommission den Zuschlag für eine internationale Katastrophenschutzübung.

Die Annahme bei dieser Übung ist für Salzburg die größte denkbare Naturkatastrophe: Nach wochenlangen Regenfällen gibt es eine Verklausung der Salzach beim Pass Lueg, das Wasser staut bis in den Pongau zurück.

Der natürliche Damm bricht, das nördliche Salzachtal im Tennengau und Flachgau samt der Stadt Salzburg werden zum Teil überschwemmt. Die Folge des "Alpen-Tsunamis", den diese Flutwelle auslöst, sind aber nicht nur Überschwemmungen. Gebäude stürzen ein, es kommt zu Chemieunfällen in Fabriken, Ortsteile und Schulen müssen evakuiert werden.

"Verbesserung der internationalen Kommunikation"
400 österreichische und 500 internationale - vorwiegend freiwillige - Helfer werden vom 27. bis 29. Juni 2013 diesen dramatischen Ernstfall üben. "Dafür kommen Einsatzkräfte aus Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Tschechien, den Niederlanden, aus Deutschland und Italien zu uns. Das bestätigt unsere Arbeit", erklärte die Innenministerin.

"Ziel ist eine Verbesserung der internationalen Kommunikation, der Alarmierungsabläufe und der Entscheidungsprozesse", betonte Mikl-Leitner. Bei der Bewältigung von grenzüberschreitenden Katastrophen treffen verschiedene Sprachen, Mentalitäten und Kulturen aufeinander, gab Bundesrettungskommandant Gerry Foitik zu bedenken. Aus der Zusammenarbeit der Einsatzkräfte sollen Lehren für die Zukunft gezogen werden.

Großes Augenmerk werde auch der Information der Öffentlichkeit und Bevölkerung geschenkt. Getestet wird auch, ob die technischen Standards innerhalb der EU kompatibel sind, so Landeshauptfrau Gabi Burgstaller.

"Taranis" kostet rund 1,2 Millionen Euro
Wegen der steigenden Zahl von Naturkatastrophen forciert die EU die grenzüberschreitende Hilfe. Die EU-Kommission stelle jährlich zwei Millionen Euro für Übungen zur Verfügung, erklärte Landesrettungskommandant Anton Holzer.

Das Übungsbudget für "Taranis" umfasst 1,175 Millionen Euro, 974.000 Euro davon finanziert die EU. 100.000 Euro werde das Land Salzburg selbst für "Taranis" zur Verfügung stellen, kündigte Burgstaller an. Der Rest lukriert sich aus Mitteln des Innenministeriums und von Sponsoren.

Warum man sich übrigens für den Übungsname "Taranis" entschieden hat, begründete Landesrettungskommandant Holzer so: Taranis sei ein keltischer Gott des Himmels, des Wetters und des Donners. "Salzburg war Teil des keltischen Königreiches Norikum, die Kelten waren auch im Salzachtal beheimatet."

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