Mo, 21. Mai 2018

Mordverdacht

12.12.2011 20:54

Grazer Pensionistin starb durch Tritte gegen Kopf

Mordalarm Montag früh in einem Mehrparteienhaus in der Grazer Innenstadt: Polizisten drangen in die Wohnung einer 67-jährigen Pensionistin ein und fanden die Frau mit schwersten Kopfverletzungen vor - sie starb wenig später. In der Wohnung befand sich auch eine verwirrte 46-Jährige, die unter Tatverdacht festgenommen wurde. Eine Obduktion ergab als Todesursache ein Hirnödem, hervorgerufen durch mehrere Tritte gegen den Kopf.

Das Verhör der Verdächtigen gestaltete sich schwierig. Laut Ermittler Harald Winkler machte die Arbeitslose widersprüchliche Angaben, gab aber zumindest einen Streit zu. Einen möglichen Dritten als Täter könne man ausschließen, berichtete der Polizist.

Eine Nachbarin hatte in den Morgenstunden verdächtige Geräusche im Stiegenhaus gehört und war nachsehen gegangen. Sie bemerkte, dass die Laute aus der Wohnung der 67-jährigen Heide S. kamen. Als sie klopfte und nach der älteren Frau fragte, habe eine Frauenstimme geantwortet: "Ich kann die Tür nicht aufmachen." Daraufhin rief die Nachbarin gegen 6.30 Uhr die Einsatzkräfte.

Nachdem die Tür aufgebrochen worden war, entdeckten die Beamten im Vorzimmer die 67-Jährige blutüberströmt am Boden liegend. Der Notarzt versuchte noch eine Stunde lang, Heide S. zu reanimieren - ohne Erfolg. Das Opfer wies "mehrere stumpfe Verletzungen im Schädelbereich" auf, so Andreas Dirnberger vom Landeskriminalamt.

Mehrere Telefonate mit Sohn der Verdächtigen
Laut Ermittlern hatte die 46-jährige Gertrude N. die ältere Frau gegen Mitternacht aufgesucht. Was dann passierte, konnte bisher nicht genau rekonstruiert werden. Gertrude N. habe in der Zeit auch mehrmals mit ihrem Sohn telefoniert, um ihn zu bitten, sie bei der Wohnung abzuholen. Danach habe auch das spätere Opfer den Sohn angerufen und gemeint, dass sich eine Abholung erübrigt hätte. Da dem Sohn die Sache seltsam vorgekommen sei, habe auch er die Polizei gerufen. Kurze Zeit später dürfte es zu dem Streit und der fatalen Auseinandersetzung gekommen sein.

Opfer und Verdächtige kannten sich von einem Aufenthalt in der Landesnervenklinik Sigmund Freud vor rund drei Jahren. Die 46-Jährige habe Alkoholprobleme - auch ihr mutmaßliches Opfer kämpfte offenbar mit dieser Sucht - und sei deswegen in Behandlung. Sie wurde ins Polizeianhaltezentrum Graz eingeliefert.

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