So, 22. Oktober 2017

Teenager-Mord in OÖ

25.11.2011 13:08

Letztes Geleit für 16-Jährigen: ‚Er bleibt im Herzen‘

"Er bleibt in unserem Herzen" – beim Trauergottesdienst für jenen 16-jährigen Braunauer, der von einem 17-jährigen Mitschüler erstochen worden sein soll, hat Pfarrer Stefan Hofer am Freitagvormittag sehr persönliche Worte gefunden. Die Messe in der Stadtpfarrkiche wurde von Gymnasiasten mitgestaltet, sie lasen Fürbitten und letzte Abschiedsworte vor und sangen für ihren Freund. Bei der Beisetzung wurde der Sarg samt einer Trauerbox mit Nachrichten ins Grab hinabgelassen, weiße Tauben flogen davon.

Vereinzelt fielen Schneeflocken vom nebelverhangenen Himmel, als an dem kalten Vormittag der Gottesdienst begann. "Braunau ist um einen wertvollen Menschen ärmer geworden", sagte Pfarrer Hofer, der den verstorbenen 16-Jährigen als "immer zurückhaltend, sehr höflich und freundlich, zuverlässig und zuvorkommend" beschrieb. Er sei früher ein begeisterter und erfolgreicher Schwimmer sowie immer ein fleißiger und guter Schüler gewesen. Zuletzt habe der Bursch den L17-Führerschein machen und das Gymnasium abschließen wollen, berichtete der Geistliche.

"Mit seiner sonnigen Ausstrahlung die Klasse erhellt"
"Er hat mit seiner sonnigen Ausstrahlung die Klasse erhellt", so zwei Mitschülerinnen. Eines der Mädchen konnte beim Vorlesen des Textes schließlich wie viele Besucher in der Kirche die Tränen nicht mehr unterdrücken. Man solle sich nicht in Trauer und Schmerz vergraben, sondern sich seinen Mitmenschen zuwenden, betonte Hofer. Schulleiter Florian Kotanko warnte zudem davor, Barrieren von Ängsten aufzubauen: "In den Tränen der Trauer verbirgt sich das Lächeln der Erinnerung."

Weiter keine konkreten Hinweise auf ein Motiv
Der 17-Jährige, der laut Staatsanwaltschaft in psychiatrisch-psychologischer Behandlung stand, steht im Verdacht, am Sonntagabend seinen Schulkameraden mit 20 Messerstichen getötet zu haben. Anschließend soll er einen Selbstmordversuch unternommen haben. Konkrete Hinweise auf ein Motiv gibt es laut Polizei bisher nicht, der Bursch gab vor der Haftrichterin an, dass er ein Blackout gehabt habe und sich an nichts erinnern könne. Die Staatsanwaltschaft Ried lässt nun unter anderem die Einträge der beiden Schüler im Internet sowie ihre Handys und Laptops untersuchen.

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