Mi, 22. November 2017

Herzogin sagt „Ja“

04.10.2011 15:35

Nacktfotoskandal bei Spaniens Hochzeit des Jahres

Ein Nacktfotoskandal hat die geplante Hochzeit der spanischen Herzogin von Alba, einer der reichsten Frauen Spaniens, überschattet. Das Magazin "Interviu" hat auf dem Titel seiner neuesten Ausgabe ein 30 Jahre altes Nacktfoto der heute 85-jährigen Adeligen veröffentlicht.

Die Herzogin werde voraussichtlich wegen Verstoßes gegen ihre Persönlichkeitsrechte gegen das Blatt vorgehen, sagte ihr Anwalt Javier Saavedra am Dienstag der Website Vanitatis.

Dabei ist es die Hochzeit des Jahres in Spanien und seit Wochen Thema in der Boulevardpresse des Landes: An diesem Mittwoch wird die Herzogin von Alba mit 85 Jahren einen 25 Jahre jüngeren Beamten heiraten. Cayetana Fitz James Stuart, Chefin des bedeutendsten Adelshauses in Spanien und eine der reichsten Frauen des Landes, hatte seit Monaten darum gekämpft, zum dritten Mal den Bund der Ehe schließen zu können. Alle in ihrer Familie seien dagegen gewesen, sagte die Herzogin kürzlich.

Ihre sechs Kinder aus erster Ehe hatten Bedenken, weil sie argwöhnten, der Bräutigam Alfonso Diez habe es auf das Vermögen der Adelsdynastie abgesehen. Auch König Juan Carlos, den die Herzogin nach alter Familientradition um Einverständnis bat, riet von einer Heirat ab. Aber die eigenwillige Aristokratin setzte ihren Willen durch. Sie vermachte ihren Kindern Teile des Vermögens und zerstreute damit die Bedenken des Nachwuchses. Auch der König soll laut Medienberichten nun seine Zustimmung zur Hochzeit gegeben haben.

Die Herzogin verfügt über Burgen, Paläste, Ländereien und eine Kunstsammlung mit Werken von Meistern wie Tizian, Goya oder Velazquez. Sie könne, so besagte einst eine Legende, quer durch Spanien reisen, ohne ihre Besitztümer verlassen zu müssen. Die vielfache Gräfin und Markgräfin soll angeblich mehr Adelstitel besitzen als die britische Queen Elizabeth. Der Wert ihres Vermögens wird auf 600 Millionen bis 3,5 Milliarden Euro geschätzt.

Der Auserwählte ist ein Beamter, der bisher für ein Monatsgehalt von 2.000 Euro für die staatliche Sozialversicherung gearbeitet hatte. Der 60-Jährige quittierte jetzt den Dienst bei der Behörde in Madrid und zog in Sevilla in den Duenas-Palast der Herzogin ein. In diesem Gebäudekomplex aus dem 15. und 16. Jahrhundert, einem der bedeutendsten Bauwerke in der andalusischen Metropole, wird auch die Hochzeit stattfinden. Drei Priester werden in einer Kapelle die Trauung vollziehen. Geladen sind nur gut 30 Angehörige aus dem engsten Familienkreis.

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