Do, 23. November 2017

Nicht artgerecht

31.08.2011 13:40

Tierquälerei im Zirkus führt zu schweren Unfällen

Tiere können nicht sprechen und uns sagen, wie schlecht es ihnen geht. Wie sehr sie leiden. Ihren Schmerz können sie nur durch Körpersprache ausdrücken. Innerhalb der Manage müssen sie funktionieren, den Befehlen gehorchen - wenn sie dies nicht tun, werden sie bestraft. Doch manchmal ist der Leidensdruck größer als die Angst vor dem Dompteur - die Tiere gehorchen nicht mehr, lassen ihrem Leid freien Lauf. Die zahlreichen Unfälle mit Wildtieren in Zirkussen geben Zeugnis ab, wie qualvoll ein Leben zum Gaudium des Publikums ist.

Im vergangenen Jahr wurden alleine in Deutschland mehr als 20 Vorfälle mit Zirkustieren bekannt, die ausgebrochen sind und zum Teil Menschen verletzt haben. Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um Angriffe: Pferde, Esel und Kamele flüchten oftmals aus den Zirkusquartieren und geraten in den Straßenverkehr. So entkamen etwa im Dezember 2010 zwei Zirkus-Ponys aus dem Winterquartier und liefen auf die nahegelegene Bundesstraße. Zwei Fahrzeuge konnten nicht rechtzeitig bremsen, die Tiere bezahlten mit dem Leben. Im Januar desselben Jahres spazierten drei Kamele und ein Lama nach ihrem Ausbruch eine Autobahn nahe München entlang.

Oft tödlich enden Unfälle mit Elefanten aus Zirkussen und Zoos. Neben dem großen Kräfteunterschied zwischen den Dickhäutern und dem Menschen ist die Missachtung der hierarchischen Struktur unter Elefanten ein häufiger Grund für diese Zwischenfälle. Im September 2010 verletzte ein einzeln gehaltener Zirkus-Elefant einen 24-jährigen Familienvater und dessen neun Monate alten Sohn schwer. Der Elefant wirbelte den Mann, der das Kind auf dem Arm hielt, durch die Luft. Der Familienvater schwebte in Lebensgefahr, sein Sohn erlitt einen Oberschenkelhalsbruch. Im August desselben Jahres erlitt eine Zirkusbesucherin in Jena/Deutschland Prellungen, als sie von einem Elefant auf eine Wiese geschleudert wurde.

Viele weitere Vorfälle mit aus dem Zirkus entkommenen Alligatoren, Kängurus, Flusspferden, Tigern und Nashörnern zeigen ebenfalls, dass die Haltung von Zirkustieren weder artgerecht noch sicher ist. Mit Inkrafttreten des aktuellen österreichischen Bundestierschutzgesetzes wurde diese Tierquälerei bei uns verboten. "Wildtiere können in Zirkussen nicht annähernd artgerecht gehalten werden", argumentiert Helmut Dungler, Chef der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten", die sich gemeinsam mit der "Krone" für dieses Gesetz starkgemacht haben. Österreich hat damit eine Vorbildrolle übernommen und immer mehr Länder wollen gleichziehen.

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