Sa, 26. Mai 2018

Es war alles dabei

31.08.2011 10:23

Ein Sommer mit Wetterkapriolen geht zu Ende

Laut Statistik war der Sommer 2011 mit durchschnittlich 18 Grad um rund ein Grad zu warm, die Niederschlagsmengen waren normal, die Sonnenstunden ausgeglichen. Hört sich nicht gerade aufregend an - ist es aber laut den Experten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik trotzdem. Denn wirft man einen Blick hinter die Mittelwert-Kulissen, tun sich einige höchst spannende "Ausreißer" auf.

Wer gerne übers Wetter jammert, der fand in den vergangenen drei Monaten genügend Gelegenheiten dazu: mal zu kalt, mal zu nass, mal zu heiß. Der heurige Sommer war zwar ein durchschnittlicher - aber dennoch sehr interessant, erklärte Klimatologe Alexander Orlik am Mittwoch. Denn "dank" der instabilen Wetterlage war alles dabei: Regenrekorde ebenso wie Minusgrade - und natürlich Gluthitze.

Sintflutartiger Regen im Juni
So begann der meteorologische Sommer (1. Juni bis 31. August) gleich mit einem "Kracher": Am 8. Juni warfen zwei lokale Gewitterzellen in Wien innerhalb einer halben Stunde zweimal 40 Millimeter Regen pro Quadratmeter ab - und das noch dazu direkt über einer Messstation. "Das ist überaus selten und für uns natürlich ein absoluter Glücksfall", freut sich Orliks Kollegin Johanna Oberzaucher. In 24 Stunden war bereits die durchschnittliche Monatsmenge geschafft. Und auch nach diesem Rekord waren im Juni noch etliche starke Regentage zu verzeichnen.

"Kältester Juli seit Langem"
Apropos selten: Ungewöhnlich chancenlos waren im Juli diverse Hochdrucklagen, warme Luft aus dem Süden wurde einfach abgedrängt. Die Folge waren kalte, unwirtliche Tage - Herbst mitten im Hochsommer. So zeigten am 3. Juli die Thermometer in St. Jakob in Defereggen in Osttirol exakt null Grad an, am Brunnenkogel in Tirol, der allerdings auch 3.400 Meter hoch ist, sogar minus 10,4 Grad. Insgesamt war der Juli zwar nur um 0,4 Grad zu kühl, das reichte aber trotzdem für den inoffiziellen Titel "Kältester Juli seit vielen Jahren".

Absolute Gluthitze im August
Ganz anders präsentierte sich dann der August, nämlich heiß, mitunter sogar glühend. Neun Tage lang schoss das Quecksilber in schwindelerregende Höhen. Am heißesten Tag des Jahres 2011, dem 26. August, wurden in Waidhofen an der Ybbs in Niederösterreich unglaubliche 38,3 Grad gemessen - mehr als jemals zuvor an diesem Ort. Wie heiß es im gesamten Land tatsächlich war, verdeutlicht die Statistik: Gleich 204 von insgesamt 246 bundesweiten Messstationen registrierten Werte jenseits der 30 Grad.

Kein "Katastrophensommer"
Meteorologe Orlik behält dennoch einen kühlen Kopf. Sein Fazit: "Es war ein durchschnittlicher Sommer, der zwar Startschwierigkeiten hatte, am Ende hat er dann aber gezeigt, was er kann." Von einem "Katastrophensommer" könne aber keine Rede sein. Wetterkapriolen hin oder her - bis auf kleine Überschwemmungen gab es keine Schäden zu vermelden.

Herbst-Prognose nicht möglich
Und wie geht's weiter? "Es ist unmöglich, auf den Herbst zu schließen", sagt Orlik. Auch Kollegin Oberzaucher konstatiert: "Langzeitprognosen sind noch ein sehr junger Forschungszweig. Was hier errechnet wird, sind Wahrscheinlichkeiten, Mittelwerte. Das ist keine Wettervorhersage." Und Orlik fügt hinzu: "Prognosen kann man maximal zehn Tage im Voraus erstellen - aber da braucht man schon sehr stabile Wetterlagen."

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