Fr, 17. November 2017

Trotz Beschwerde

04.08.2011 11:14

Beschuldigter im Fall Kührer bleibt auf freiem Fuß

Der Verdächtige im Kriminalfall Julia Kührer, der 50-jährige Michael K. aus Wien, bleibt auch weiterhin auf freiem Fuß. Das Oberlandesgericht Wien habe der Beschwerde der Staatsanwaltschaft Korneuburg gegen die Enthaftung des Mannes nicht Folge geleistet, teilte Sprecher Leo Levnaic-Iwanski am Donnerstag mit. Man sehe so wie der Korneuburger Haftrichter, der - wie berichtet - vor rund einem Monat die Freilassung des Mannes angeordnet hatte, "keinen dringenden Tatverdacht".

Auf Basis des aktuell vorhandenen Akteninhalts liege "kein haltbarer, geschweige denn ein dringender Tatverdacht vor", hieß es in einer offiziellen Aussendung des Gerichts. Ein "dringender Tatverdacht" liege immer erst dann vor, "wenn der Beschuldigte eine bestimmte Straftat mit einem höheren Grad der Wahrscheinlichkeit begangen hat". Im gegenständlichen Fall bildeten die vorliegenden Indizien "weder einzeln noch in ihrem Zusammenhang eine tragfähige Grundlage der Beschuldigung einer Person".

Neue Beweise für U-Haft-Antrag nötig
Gegen die Entscheidung des Oberlandesgerichts ist kein Rechtsmittel zulässig. Einen neuen U-Haft-Antrag kann die Anklagebehörde erst stellen, wenn neue Beweise vorliegen. Dies sei bis dato nicht der Fall, wie es in Korneuburg hieß. Man nehme die Entscheidung des Oberlandesgerichts zur Kenntnis, werde aber die Suche nach Beweisen gegen den Verdächtigen fortsetzen, sagte Karl Schober, Leiter der Staatsanwaltschaft.

Verdächtiger beteuert seine Unschuld

Der 50-Jährige, auf dessen Grundstück in Dietmannsdorf in der Gemeinde Zellerndorf (Bezirk Hollabrunn) man Julias Leiche entdeckt hatte, war am Tag nach dem Auffinden der Toten an seinem Wohnsitz in Wien festgenommen worden. Dem Haftrichter war die Beweislage allerdings zu dünn, weshalb er den Mann wieder freiließ. Michael K. beteuerte seither immer wieder seine Unschuld – er behauptet, Unbekannte hätten die Tote auf seinem Grundstück abgelegt.

Knochenreste per Zufall entdeckt
Die damals 16-jährige Julia Kührer aus Pulkau im Bezirk Hollabrunn verschwand am 27. Juni 2006. Am Abend des 30. Juni 2011 entdeckten Nachbarn - durch Zufall, wie es hieß - das Skelett des Mädchens in einem Erdkeller auf dem Grundstück in Dietmannsdorf. Auch Überreste von Schulbüchern und einer blauen Decke wurden gefunden. Zahnanalysen und DNA-Tests bestätigten die Identität der Leiche, Untersuchungsergebnisse zur Todesursache stehen noch aus. Auch die Tatortarbeit der Ermittler ist noch nicht gänzlich abgeschlossen.

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