Mo, 20. November 2017

Alternative Energie

26.05.2011 09:20

Flachauer Ortschef und Almbauern wollen Windkraft

Die Neuigkeit über das juristische "Schlupfloch" im Raumordnungsgesetz, wie Gemeinden auch ohne Naturschutzverfahren Windräder ermöglichen können, ist in Salzburg eingeschlagen wie eine Bombe. Für das Projekt am Thalgauer Lehmberg ist das höchstwahrscheinlich der Durchbruch, in Flachau bleibt es eine Zitterpartie. Wie eine erfolgreiche Windkraft-Energiepolitik funktionieren kann, macht Dänemark vor.

"Acht Jahre Bewilligungszeit. Alle, die das durchhalten, sind in meinen Augen Helden", sagt Franz Kok, Projektbetreiber des Windparks am Thalgauer Lehmberg (siehe auch Interview). Diese unendlichen Verfahren werden ein Ende haben. Energie- und Umweltschutz-Landesrat Sepp Eisl: "Wenn die Gemeinde eine Sonderfläche widmet, braucht man kein Naturschutzverfahren".

Haken an geplanten Windkraft-Projekten
Der Haken für die geplanten vier Projekte in Salzburg: Die Zufahrtswege sind von dieser Sonderregelung ausgenommen, in Thalgau kein Problem, in Flachau schon. "Auf dem Windsfeld sind acht Windräder geplant, sie würden Strom für zirka 8.000 Haushalte liefern. Allerdings müsste die Zufahrt neu gebaut werden", erklärt Flachaus Bürgermeister Thomas Oberreiter.

Die Grundbesitzer – also die Almbauern und die Bundesforste – am Bergrücken neben dem Nordportal des Tauerntunnels – sind laut Ortschef für das Projekt, Zirka fünf Hektar müssten als Sonderfläche gewidmet werden, die Gemeinde ist bereit. "Aber zuerst muss der Weg genehmigt sein, was nicht gut ausschaut, wie ich gehört habe", so Oberreiter.

Dänemark als Vorbild für Energiepolitik
Was in Salzburg noch in den Kinderschuhen steckt, ist in Dänemark längst umgesetzte Energiepolitik: Die Nordländer produzieren bereits rund ein Viertel ihres Strombedarfs mit Windrädern. Und die Regierung will möglichst viele Leitungen unter die Erde verlegen. Die Windenergie-Kapazität Dänemarks liegt bei 3.734 Megawatt. Tendenz stark steigend. Österreich produziert aktuell 1.010 Megawatt mit Windturbinen, Salzburg noch null.

Die Skandinavier sind europaweit Spitzenreiter bei der Nutzung des Windes, produzieren auf diese Art bereits 24 Prozent des Bedarfs und wollen den Anteil bis auf 100 Prozent steigern. Aber es gibt auch im hohen Norden Diskussionen, wie störend die rotierenden Stromproduzenten sind.

Nachholbedarf in Salzburg
Als Ausgleich hat sich die Regierung dem Erdkabel verschrieben. Im "Kabelhandlingsplan" ist festgelegt, dass alle 150-kV-Leitungen unter die Erde müssen. Und selbst bei 400-kV-Leitungen ist nach Stand der Technik dem Erdkabel der Vorzug zu geben. Auch in diesem Punkt gibt es in Salzburg großen Nachholbedarf.

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