Sa, 18. November 2017

Osterfestspiele

16.05.2011 14:25

Ersetzen die Wiener Philharmoniker die Berliner?

Nach dem überraschenden Abgang der Berliner Philharmoniker von den Salzburger Osterfestspielen scheint ein Einspringen der Wiener Philharmoniker beim Festival 2013 nicht ausgeschlossen. Vorstand Clemens Hellsberg sagte, es liege jetzt einmal bei Salzburg, sich Gedanken über die Zukunft des Festivals zu machen. "Bevor man konkret und offiziell an uns herantritt, kann die Frage, ob wir zu Ostern in Salzburg spielen könnten, nicht beantwortet werden. Wir haben zu Ostern natürlich Verpflichtungen an der Staatsoper, aber prinzipiell stößt bei uns niemand auf verschlossene Türen."

Martin Hoffmann, Intendant der Berliner Philharmoniker, sagte, dass das Orchester in Baden-Baden zumindest vier Opernvorstellungen spielen werde: "Details zum Programm als auch zu den Finanzen sind noch nicht ausverhandelt. Baden-Baden hat sein altes Angebot erneuert, ein frühzeitigeres Bekanntgeben unserer Pläne wäre nicht statthaft gewesen. Jetzt werden wir die Frage, was mit der für Salzburg geplanten 'Parsifal'-Produktion geschehen soll, mit den Osterfestspielen konsensual besprechen."

Nehmen Berliner Publikum mit?
Hoffmann geht davon aus, dass die Berliner Philharmoniker einen Teil ihres Publikums von Salzburg nach Baden-Baden mitnehmen werden. "Wie viel, das hängt natürlich von unserem Angebot ab. Aber wir haben ein großes und treues Publikum, das uns auch auf unseren Konzertreisen begleitet." Ob das Orchester in der deutschen Festspielstadt mehr Geld verdienen wird als in Salzburg, sagte Hoffmann nicht. Die Berliner verdienten laut Bürgermeister und Osterfestspiel-Aufsichtsrat Heinz Schaden pro Festival in Salzburg gut 1,2 Millionen Euro für Oper und Konzerte, Chef-Dirigent Simon Rattle stellte für sechs Aufführungen 123.500 Euro in Rechnung. Diese Zahlen wollte Hoffmann weder bestätigen noch dementieren.

Machen Osterfestspiele Schadenersatz geltend?
Der Geschäftsführer der Osterfestspiele, Bernd Gaubinger, meinte am Montag, dass für den "Parsifal" bereits Geld ausgegeben worden sei, wie viel genau, sei im Moment aber nicht klar. "Die Kooperationsverträge für diese Oper mit dem Teatro Real in Madrid jedenfalls haben die Osterfestspiele abgeschlossen. Jetzt wird geprüft, inwieweit Schadenersatz gegenüber den Philharmonikern geltend gemacht werden muss. Immerhin haben wir ja auch Verträge mit Sängern gemacht, von denen im Moment nicht absehbar ist, ob sie ohne die Berliner Philharmoniker eingehalten werden können."

Gaubinger betonte, dass dem Berliner Orchester Finanzierungszusagen bis zum Jahr 2017 gegeben worden seien. "Insofern ist es kaum nachvollziehbar, dass das Orchester Salzburg deswegen verlassen haben soll, weil Baden-Baden langfristigere Perspektiven geboten hätte." Auch Hoffmann bestätigte eine "Perspektive von fünf Jahren", wobei selbst dies noch nicht ausverhandelt sei.

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