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14.05.2011 09:01

101-jährige Kandidatin verzückt Wähler in Spanien

Ihren ersten Urnengang als Wählerin bestritt sie, als in ihrem Heimatort in Spanien zum ersten Mal Frauen das Stimmrecht zuerkannt wurde. Das war am 19. November 1933 und Josefina Villaverde war damals auf den Tag genau 24 Jahre alt. Mit nunmehr 101 Jahren kandidiert sie jetzt als Neueinsteigerin bei den Kommunalwahlen.

Die rüstige alte Dame tritt als Kandidatin für die regierende sozialistische Partei PSOE am 22. Mai in ihrem Heimatort Cuntis im Nordwesten Spaniens an. Die 1909 geborene Villaverde zögert nicht, gemeinsam mit ihren Mitbewerbern durch die Straßen des Dorfes zu laufen, um für ihre Sache einzutreten.

Seite an Seite mit der amtierenden Kommunalvorsteherin Fatima Monteagudo - die ist fast 70 Jahre jünger als ihre neue Kandidatin - wirbt sie um die Stimmen der Wahlberechtigten in der 5.000-Einwohner-Kommune in der nordspanischen Region Galicien.

Von Geburt an sei sie durch und durch Sozialistin, sagt die dreifache Urgroßmutter und einfache Ururgroßmutter in einem Videobeitrag auf der Website der spanischen Zeitung "El Mundo". "Man muss nicht für seine Freunde stimmen, sondern für seine Prinzipien", stellt die seit knapp 40 Jahren verwitwete Seniorin klar.

Bewunderung für spanische Verteidigungsministerin
Politisch schlägt ihr Herz für die junge Verteidigungsministerin Carme Chacón, deren Karriereverlauf mindestens so viel Aufsehen erregte, wie jetzt der Villaverdes. Chacón trat ihr Amt 2008 im Alter von 37 Jahren an - und zwar als erste Frau in der Geschichte Spaniens und im 7. Monat schwanger. Die Bilder der Ministerin, wie sie mit Babybauch die Front abschreitet, machten auf der ganzen Welt Schlagzeilen. Allerdings wolle sie nicht, dass Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero abtrete, so Villaverde.

Bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai droht Zapateros PSOE allerdings ein Debakel: Die Sozialisten könnten die Hochburgen wie die Region Kastilien-La Mancha oder Großstädte wie Barcelona und Sevilla verlieren, in denen sie seit Jahrzehnten regieren. Schon seit Anfang des Jahres wird über einen Rücktritt Zapateros spekuliert.

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