Fr, 24. November 2017

Unglück auf der A21

20.04.2011 11:28

Sechs Tote bei Busunfall: Prozess fraglich

Ob und wann der schwere Busunfall mit sechs Toten und 36 teils Schwerverletzten auf der Wiener Außenringautobahn bei Gaaden im Bezirk Mödling vom Februar 2010 ein gerichtliches Nachspiel haben wird, ist derzeit noch fraglich. Ein 56-jähriger serbischer Busfahrer wurde von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wegen fahrlässiger Gemeingefährdung angeklagt. Ob er sich tatsächlich wird verantworten müssen, ist aber unklar.

Problematisch sei bei diesem Fall, dass der Angeklagte - da er kein Österreicher ist und auch nicht hier lebt - nur mittels Haftbefehl zur Verhandlung gebracht werden kann. Da es sich bei dem angeklagten Vorwurf um ein Fahrlässigkeitsdelikt handelt, muss dafür aber noch die Verhältnismäßigkeit geklärt werden. "Wenn der Richter zu der Entscheidung kommt, dass es nicht verhältnismäßig ist, dann kommt es zu keinem Prozess", stellte Barwitzius klar.

Grundsätzlich habe sich der Mann bereit erklärt, zum Prozess zu kommen, sagte Gerichtssprecher Hans Barwitzius. Aus gesundheitlichen Gründen könne er momentan aber nicht erscheinen. Für ihn wurde nun ein österreichischer Verfahrenshelfer bestellt, der ärztliche Befunde organisieren soll, um zu klären, ob und wann der 56-Jährige, der im Kosovo lebt, verhandlungsfähig ist. In seiner Abwesenheit zu verhandeln, sei nur dann möglich, wenn seine bisher getätigten Aussagen für ein Urteil ausreichen - was aufgrund der Komplexität des Falls aber unwahrscheinlich sei, so der Sprecher.

Organisatorische Probleme bei Zeugen aus dem Ausland
Zusätzlich stellt die Ladung der etwa 40 Zeugen, vorwiegend Kosovaren, das Gericht vor ein organisatorisches Problem. Um genügend Zeit für die korrekte Zustellung und Planung bei den Betroffenen zu haben, müsse man den Verhandlungstermin rund drei Monate im Voraus ansetzen.

Crash bei trockener Fahrbahn und guter Sicht
Der schreckliche Unfall auf der A21 nahm am 21. Februar 2010 kurz vor Mitternacht bei trockener Fahrbahn und klarer Sicht seinen Lauf. Kollidiert waren zwei Lkws und ein Bus mit rund 40 Insassen, hauptsächlich Kosovaren. Für sechs Personen - vier Kosovaren, einen Serben und einen Österreicher - kam jede Hilfe zu spät. Der unverletzt gebliebene Lkw-Lenker gab in der Folge gegenüber der Polizei an, seine Geschwindigkeit wegen eines vor ihm befindlichen Sattelfahrzeugs und einer aufsteigenden dunklen Rauchwolke auf Schritttempo reduziert zu haben, worauf ein Lkw mit Anhänger auffuhr. Gegen dessen Heck soll dann nahezu ungebremst der Bus geprallt sein. Der Buslenker hat laut Anklage einen zu geringen Sicherheitsabstand eingehalten. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.

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