Mi, 23. Mai 2018

Über 50 Ermittler

12.04.2011 13:21

Acht Razzien in zwei Ländern zu Fällen Buwog und Meinl

Die Staatsanwaltschaft Wien hat per Rechtshilfeansuchen erwirkt, dass am Dienstag in den Fällen Buwog und Meinl acht Hausdurchsuchungen in der Schweiz und in Liechtenstein vorgenommen wurden. Es hätten sich bei beiden Angelegenheiten "Personenidentitäten" ergeben, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Vecsey. Ob die Razzien auch im Zusammenhang mit der Causa Grasser stehen, wollte Vecsey nicht sagen, fügte aber hinzu: "Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist nicht direkt betroffen."

Im Visier der Hausdurchsuchungen standen Privat- und Firmenadressen ehemaliger Vorstandsmitglieder der Meinl-Gesellschaften Meinl Europen Land (MEL), Meinl International Power (MIP) und Meinl Airports International (MAI) sowie von Verantwortlichen der in der Strafsache Buwog involvierten Firmen. Laut Staatsanwaltschaft nahmen an dem Einsatz an acht verschiedenen Orten in den zwei Ländern über 50 Ermittler der Polizei- und Finanzbehörden sowie Staatsanwaltschaften dreier Länder teil.

Dem Vernehmen nach könnte sich unter den betroffenen Unternehmen die schweizerische Ferint AG befinden. Über ein Konto der Firma soll aus dem Umfeld Grassers ein Genussschein-Investment von 500.000 Euro in die Kärntner Hypo getätigt worden sein.

Razzia auch bei Treuhänder von Grasser?
Betroffen von der Razzia soll laut ORF auch ein Treuhänder in Zürich sein, der als privater Vermögensberater für Grasser tätig war. In den Tagebüchern von Walter Meischberger finde sich dazu die denkwürdige Notiz, dass Grasser mit Meischbergers Anwalt Gerald Toifl im November 2009 nach Zürich eben zu jenem Finanzberater fliegen wollte. "Hier steckt noch Gefahrenpotenzial", notierte Meischberger laut ORF in sein Tagebuch.

Anwalt: "In keinster Weise besorgniserregend"
Grassers Anwalt Manfred Ainedter wiederum meinte am Dienstag, die Hausdurchsuchungen seien für seinen Mandanten "in keinster Weise besorgniserregend". "Wir haben alle Unterlagen vorgelegt", betonte Ainedter. "Die Razzien werden aus Grasser-Sicht keine neuen Erkenntnisse bringen."

Von den Hausdurchsuchungen habe er selbst erst aus den Medien erfahren. Sie würden wohl dazu dienen, "die Vollständigkeit und Richtigkeit" von bisherigen Unterlagen zu prüfen. Ob auch Grassers Schweizer Vermögensberater davon betroffen sei, wisse er nicht. Der Anwalt betonte, dass es in der Sache der Hypo-Genussscheine bis heute keine Verfahren gegen Grasser gebe.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Grasser in der Buwog-Affäre wegen des Verdachts auf Untreue, Amtsmissbrauch und Bruch der Amtsverschwiegenheit. Der Ex-Minister weist alle Vorwürfe zurück.

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