Fr, 17. November 2017

Kein Krisenjahr

12.04.2011 12:41

AK erwirtschaftete 2010 3,45 Millionen Euro Überschuss

Die Salzburger Arbeiterkammer (AK) hat 2010 von einem wirtschaftlichen Krisenjahr nichts bemerkt: Der Rechnungsabschluss weist einen Überschuss von 3,45 Millionen Euro aus. Damit liegt die Interessenvertretung um 70 Prozent über dem ursprünglich budgetierten Gewinn von rund zwei Millionen Euro. Den Einnahmen von 35,6 Millionen Euro stehen Aufwendungen von rund 32,2 Millionen Euro gegenüber, teilten AK-Präsident Siegfried Pichler und AK-Direktor Gerhard Schmid am Dienstag mit.

Der Rechnungsabschluss zeige, dass die AK finanziell auf einem guten Weg sei, sagte Pichler: "Die ungerechten Vorwürfe und Anschuldigungen, die im Vorjahr von einer Fraktion erhoben worden sind, gehen ins Leere." Zur Vorgeschichte: Im Frühjahr 2010 hatte ein Bericht des Rechnungshofes, der der AK Salzburg für die Jahre 2004 bis 2008 Probleme mit der Liquidität, eine geringe Eigenkapitalquote und eine hohe Verschuldensquote attestiert hatte, für Aufsehen gesorgt. Der ÖAAB warf der AK-Führung Misswirtschaft vor und kritisierte den sorglosen Umgang mit den Geldern der Arbeitnehmer. "Die Aufregung war politisch, aber nicht sachlich begründet", sagte Pichler angesichts des Rechnungsabschlusses 2010.

"Kommen der Kostendeckung schon nahe"
In dieser Bilanz scheinen letztmalig das mittlerweile in Parkhotel umbenannte Seminarhotel Brunauerzentrum sowie das Berufsförderungsinstitut (BFI) auf. Diese beiden Betriebe, die in den vergangenen Jahren durch Verluste einen hohen Zuschussbedarf hatten, wurden per 1. Jänner 2011 in eigene Gesellschaften ausgegliedert. Damit sei die Anregung des Rechnungshofes für diesen Bereich umgesetzt, sagte Schmid. Das BFI konnte 2010 den Umsatz gegenüber dem Prüfjahr 2009 um 45 Prozent auf 8,6 Prozent steigern. Der Zuschuss der AK sank von 2,2 Milionen im Jahr 2008 auf 1,1 Millionen Euro. "Da haben wir von der Wirtschaftskrise profitiert. Die steigende Arbeitslosigkeit hat den Schulungsaufwand erhöht", konkretisierte Schmid. Derzeit arbeite man intensiv daran, mit Schulungen für Einzel- und Firmenkunden Marktanteile zu lukrieren. Beim Parkhotel sank der Zuschussbedarf von 400.000 auf 200.000 Euro. "Wir kommen 2011 dem Ziel der Kostendeckung schon recht nahe", meinte der AK-Direktor.

In den vergangenen Jahren hat die AK ein Investitionsprogramm umgesetzt. Seit 1993 wurden fast 50 Millionen Euro in Bauvorhaben investiert. Unter anderem wurden das Beratungszentrum in der Stadt Salzburg neu gebaut, die Bezirksstellen modernisiert, das Seminarzentrum Parkhotel renoviert und das BFI übersiedelt. Es stünden nun keine größeren Bauvorhaben mehr an, sagte Schmid. In drei Jahren sei die AK-Zentrale in der Stadt abbezahlt. Gespart wurde in den vergangenen Jahren bei Sach- und Verwaltungsaufwand. So habe man den Sachaufwand in zwei Jahren um ein Viertel reduziert, berichtete der Wirtschaftsdirektor. Der Personalaufwand für die rund 150 Mitarbeiter sei stabil. Gestiegen sind 2010 die Aufwendungen für pensionierte Mitarbeiter. Sie kletterten von 1,7 auf 1,8 Millionen Euro, werden aber durch den Wechsel in die Pensionskasse mittelfristig wieder sinken.

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