Di, 22. Mai 2018

Schlimme Schicksale

09.04.2011 09:56

Kürzungen im Sozialbereich: Viele Familien verzweifelt

Auf den Sozialbereich kommen schmerzhafte Einschnitte zu. Umso mehr, als es dabei die Schwächsten der Gesellschaft trifft. Hunderte, wenn nicht Tausende Familien in der ganzen Steiermark sind davon betroffen. Die Geschichte von Sarah Schmölzer (im Bild rechts) ist eines von drei Schicksalen, die weit mehr erzählen als nackte Zahlen.

Sarah ist Spastikerin und Medaillengewinnerin bei den Special Olympics. Die 20-jährige Grazerin, die kurz nach ihrer Geburt drei Gehirnblutungen hatte und seither schwer behindert ist, und ihr alleinerziehender Vater hatten bisher Anspruch auf 700 Stunden Familienentlastungsdienst - im Jahr.

Heim als "Alternative"
Vorausgesetzt das Land setzt die Sparpläne in die Tat um, werden es künftig nur noch 228 Stunden sein. Für die kleine Familie, die es ohnehin nie leicht hatte, würde das bedeuten, dass das Leben noch schwieriger wird. Der Vater müsste seine Arbeit aufgeben. Die Alternative, die keine ist: Sarah landet in einem Heim.

Einsam im Bett
Betroffen ist auch Herr Z. Der 26-Jährige ist von Geburt an schwer behindert, kann sich nur über seine Gesichtsmimik und Gestik mitteilen. Dennoch hat er viele Interessen: Fußball, Autos, Musik. Er besucht fünf Mal in der Woche die Tagesförderstätte in Gleisdorf. Da hier aber beim Personal 30 Prozent gespart werden, sieht sein künftiger Tagesplan so aus: Essen und Trinken nach Plan, drei Mal wickeln, Körperpflege. Dazwischen muss Herr Z. alleine in einem Bett liegen.

Aus Umfeld gerissen
Bei der Lebenshilfe Hartberg ist die Situation nicht besser. Mindestens 30 Mitarbeiter müssen gehen. Unter anderem muss die Tageswerkstätte in Dechantskirchen geschlossen werden. Herr R. (31) wird so nach 16 Jahren aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen, verliert Freunde und lieb gewonnene Betreuer. Wo er künftig untergebracht werden kann, ist unklar.

Die Betreuungsqualität wird aufgrund der Sparmaßnahmen aber sicher niedriger sein. Seine Angehörigen befürchten, dass Herr R. hart Erarbeitetes wie Schreiben oder Rechnen wieder verlernt.

von Ernst Grabenwarter und Jakob Traby, "Steirerkrone"

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