Mo, 20. November 2017

Verfahren im Laufen

25.02.2011 09:52

Ermittlungen um Gratis-Karten fürs Osterfestival

Vor mehr als einem Jahr ist die Millionen-Affäre in den Osterfestspielen aufgeflogen – doch von einer Anklage gegen die Drahtzieher ist noch immer keine Spur. Doch Salzburg ist nicht der einzige Schauplatz für die Justiz: Die Korruptions-Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Landeschefin Burgstaller. Es geht um Gratis-Tickets.

Burgstaller war schon einmal zur Befragung in Wien – im Jänner gab sie den Juristen der Korruptions-Staatsanwaltschaft haarklein Auskunft. Doch die zwei Verfahren laufen noch. „Ich möchte dazu derzeit nichts sagen“, ließ die Landeshauptfrau auf Anfrage ausrichten. Die „Krone“ prüfte, wie die Verfahren stehen.

Stiftungsgesetz: Burgstaller wurde eine unzulässige Doppel-Funktion vorgeworfen – sie war einerseits Vorsitzende der Stiftung, die das Osterfestival veranstaltete, und zugleich oberstes Kontrollorgan für Stiftungen in Salzburg. Sie hätte sich damit also selbst kontrollieren müssen. In dem Punkt sind die Ermittlungen aus, ein Vorhabensbericht liegt beim Oberstaatsanwalt. Hier wird eine Einstellung erwartet.

Wirbel um Gratis-Karten
Heikler ist der zweite Punkt, den die Ankläger aus Wien untersuchen. Burgstaller wird vorgeworfen, dass sie „Freikarten“ für die Osterfestspiele verteilt hätte – der Gesamtwert ist ein fünfstelliger Betrag. Das ist einfach erklärt: Die Präsidialabteilung im Land vergibt die Sitze in der Landesloge. Dabei werden die Mitglieder der Landesregierung (je dreimal zwei Karten) genauso bedacht wie die früheren Landeshauptleute. Einige dieser kostenlosen Karten sind für andere prominente Gäste vorgesehen – Kanzler, Minister. „Diese Sitze in der Landesloge sind rein zur Repräsentation da – weil Burgstaller für die Präsidialabteilung zuständig ist, wird das ihr zugerechnet“, heißt es als Erklärung beim Land.

Die Oster-Karten wurden genauso vergeben wie auch für die „großen“ Festspiele – allerdings gibt es einen Unterschied, der keinem aufgefallen ist. Denn die Sommerfestspiele (und das Adventsingen) haben in ihren Mietverträgen fürs Festspielhaus die Pflicht, Logen für Land und Stadt bereitzustellen – im Vertrag mit dem Osterfestival vom 1. August 2007 wurde aber darauf offenbar vergessen. Die Gratis-Karten in seiner Loge vergab das Land damit also praktisch im „rechtsfreien Raum“.

„Trotzdem waren das keine Freikarten im echten Sinne“, heißt es im Land. „Freikarten im großen Stil vergab der frühere Oster-Chef Dewitte – er ließ seinen betuchten Gästen die Tickets zum Teil sogar mit dem Taxi ins Hotel bringen!“

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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