So, 22. Oktober 2017

Sobotka besorgt

07.02.2011 13:26

Ist Rettungswesen ohne Wehrpflicht in Gefahr?

Die Wehrpflicht-Debatte hat für Landesvize Wolfgang Sobotka eine "neue Dimension" erreicht: Es gehe abseits der Ideologie um das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung in der Gesundheitsversorgung, meinte er am Montag. Ein Wegfall des Zivildienstes würde einen Kahlschlag im niederösterreichischen Rettungswesen bringen. So könnten 150.000 von 600.000 Krankentransporten jährlich nicht durchgeführt werden.

Die Rechnungen im Modell eines freiwilligen Sozialjahres des roten Sozialministers Rudolf Hundstorfer seien "oberflächlich", so der VP-Politiker, weil etwa Verwaltungs- und Ausbildungskosten nicht beinhaltet seien. Dass Hundstorfer von einem Bedarf von 6.400 Freiwilligen bei 25 Prozent höherer Leistung ausgehe, hält Sobotka für "irreal". Nach seiner Einschätzung würden wohl kaum Maturanten oder junge Menschen nach absolvierter Lehre ihre Bildungslaufbahn dafür unterbrechen - mit der Aussicht auf 1.300 Euro im Monat würden sich vorwiegend Arbeitslose oder Job-Hopper melden. Sobotka forderte "zuerst eine neue Sicherheitsdoktrin", und erst danach seien die Strukturen zu definieren.

Die von Hundstorfer vorgeschlagene Entlohnung von 1.300 Euro stelle eine Ungerechtigkeit gegenüber den tatsächlich ehrenamtlichen Helfern bei Rettung und Feuerwehr dar, befürchtete NÖ-Rotkreuzpräsident Willi Sauer im Fall einer derartigen Bezahlung den "Tod der Freiwilligen". Außerdem verwies er darauf, dass derzeit monatlich 880 Zivildiener beim niederösterreichischen Roten Kreuz eingesetzt sind. Zwei Drittel, also sieben von zehn, würden auch danach weiter in der Organisation arbeiten. Dieser "Nachwuchs" an Freiwilligen wäre somit gefährdet.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).