Mo, 23. Oktober 2017

Neue Strategien

27.01.2011 18:01

Salzburg versucht, Schulskikurse im Land zu halten

70.000 Kinder verbringen jeden Winter ihren Schulskikurs in Salzburg. Während Oberösterreich und die Steiermark mit Gutscheinen für die Liftkarten um sich werfen, hat Salzburg andere Strategien, dass dies so bleibt.

Der Lehrer fährt voraus, die Schüler in einer Schlange hinterher und am Abend gibt es ein Rahmenprogramm. Schulskikurse gehören in der Wintersportmetropole Salzburg einfach zum Unterrichtsalltag, doch in den vergangenen Jahren riss die Diskussion über immer weniger Kinder, die auch wirklich teilnehmen oder es sich nicht leisten können, nicht ab. Oberösterreich zum Beispiel reagierte mit Gutscheinen für die Liftkarten, wenn der Kurs im Bundesland und vier bis sechs Tage bleibt. 7.100 Karten wurden auf diese Weise zuletzt verteilt und damit um den Nachwuchs und seine Lehrer gebuhlt.

Gutscheine für Kinder?
"Das würde in Salzburg ein Fass ohne Boden werden. 70.000 Kinder zum Skifahren einladen, das wäre ein riesiger finanzieller Aufwand", heißt es hingegen von Salzburgs Seilbahnwirtschaft, den Skischulen, Beherbergungsbetrieben und so weiter. Sie alle sind im "Netzwerk Winter" zusammengefasst und haben sich auf folgende Strategien geeinigt, um die Schüler nach Salzburg zu locken:

  • Nicht die Schüler, sondern die Lehrer aus ganz Österreich werden in unsere Skigebiete eingeladen, um sie zu testen. 2.000 haben diese Aktion bereits genutzt. Man hofft auf einen Schneeballeffekt durch den Einfluss der Entscheidungsträger, eben der Lehrer.
  • Durchschnittlich 300 Euro kostet eine Wintersportwoche mit allem drum und dran für die Eltern der Schüler. Dafür gibt es perfekte Unterkünfte und Skigebiete für die Kinder.
  • Ab dem Winter 2011/2012 wird es einen Fördertopf mit zirka 100.000 Euro Inhalt geben. Er soll sozial schwachen Familien helfen, sich die Wintersportwoche in Salzburg leisten zu können. Darum bemühen kann man sich aus ganz Österreich.

Insgesamt will das "Netzwerk Winter" mit diesen Maßnahmen verhindern, dass es irgendeine - vor allem eine finanzielle - "Ausrede" gibt, die Kinder nicht nach Salzburg zum Schulskikurs zu schicken.

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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