Di, 17. Oktober 2017

"Herausragend"

01.12.2010 16:37

Architekturpreis ’10 geht an Turnhalle und Altstadthaus

Der Architekturpreis des Landes 2010 geht an das Architekten-Ehepaar Horst und Christine Lechner für ihr Wohn- und Bürohaus im Salzburger Andräviertel sowie an Hemma Fasch und Jakob Fuchs für deren "herausragend gute, zurückhaltende und doch pointierte Konzeption" einer Turnhalle und eines Mädcheninternats in der Tourismusschule Bad Hofgastein. Die Jury unter dem Vorsitz von Amber Sayah wählte diese beiden Projekte nun unter 42 Einreichungen aus.

Die drei Anerkennungspreise gehen an die Vorarlberger Architekten Dietrich / Untertrifaller für deren mit Holz erweiterten Campus der Fachhochschule in Kuchl bei Hallein, an das Architekturbüro Halle 1 für die Eisenbahn- und Fußgänger-Brücke über die Salzach in der Stadt Salzburg und an den Architekturpädagogen Anton Thiel für seine innovativen Schülerprojekte. Das mit 7.500 Euro dotierte Architekturstipendium bekommt der 32-jährige Alexander Kollmann. Er hat die Jury mit seinen "unkonventionell urbanen" Konzepten für generationenübergreifenden Wohnbau sowie ein Forschungslabor und eine zusammen mit Schülern entworfene Fassade eines Schulgebäudes überzeugt.

Pläne für Lechner-Haus gar nicht selbst eingereicht
Eigentlich haben Horst und Christine Lechner das von ihnen selbst genutzte Haus in der Priesterhausgasse für den Architekturpreis gar nicht eingereicht. Also hat sich die Jury auf eigene Initiative die Pläne beschafft, mit in die Wertung genommen und schließlich ausgezeichnet. Das Lechner-Haus wurde auf einem extrem kleinen und schwierigen Bauplatz errichtet und erfüllt alle denkmalschützerischen und bautechnischen Auflagen dieser architektonisch heiklen Umgebung. "Mit diesem Haus sind all jene Lügen gestraft, die immer wieder behaupten, dass in der Salzburger Altstadt kein Platz ist für modernes Bauen", so Roman Höllbacher von der Initiative Architektur.

"Originell, ästhetisch ansprechend und zweckmäßig gebaut"
Laut Jury haben Horst und Christine Lechner unter denkbar schwierigen Voraussetzungen nicht nur originell, ästhetisch ansprechend und zweckmäßig gebaut, sondern ökologisch wegweisend. Lechners Haus mit seinen 138 Quadratmetern Büro- und 107 Quadratmetern Wohnfläche sowie einem Allzweck-Keller für die halbwüchsigen Kinder braucht nur rund die Hälfte an Energie-Zufuhr eines Passivhauses. Sogar die Wärme des Abwassers wird zurückgewonnen, Anschlüsse für das Elektromobil der Zukunft stehen bereit. "Man weiß im Vorhinein nie, ob all die verschiedenen Energiesparkonzepte in der Praxis auch wirklich funktionieren. Aber als Architekt muss man etwas riskieren. Man kann nicht seinen Bauherrn Ratschläge geben und dann kneifen, wenn es um das eigene Haus geht", sagte Horst Lechner.

Die Architekturpreisträger verlangen, die gesetzlich erlaubte Verbauungsdichte um rund zehn Prozent zu erhöhen. "Damit könnten die Baugründe besser genützt werden, was den Druck nehmen würde von den horrenden Baulandpreisen in Salzburg. Zudem würde die Möglichkeit, mehr Wohnfläche pro Grundfläche zu errichten, zu einem Bauboom führen, was die Wirtschaft ankurbeln müsste. Außerdem ließen sich die Allgemeinkosten für öffentliche Verkehrsmittel, Strom- und Kanalanschlüsse, die Schneeräumung und vieles mehr erheblich reduzieren. Wenn Salzburg wirklich Zukunftsregion sein will, dann braucht die Stadt 50.000 Bewohner mehr. Für diese vor allem jungen Menschen aber muss Raum geschaffen werden", sagte Lechner.

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