Mi, 13. Dezember 2017

Reformen gefordert

24.11.2010 08:45

Bald nur noch 17 statt 27 Priester für die Stadt

Ab 2013 gibt es in der Stadt Salzburg nur noch 17 statt bisher 27 Priester für die Seelsorge. Sechs Pfarrverbände sollen an die Stelle der 20 Pfarren treten. Pfarrgemeinderäte fordern nun einen Plan zur Rettung der Seelsorge: Frauen als Diakone, Ende des Zölibates. Priester mit Beziehungen sollen weiter im Amt bleiben.

„Die Glaubwürdigkeit der Kirche leidet darunter, wie sie mit dem Thema Zölibat umgeht“, sagt Veselko Prlic, Pfarrgemeinderats-Obmann in Taxham: „Angst, Tradition und die Lebensform der Priester können doch nicht wichtiger sein als die Eucharistiefeier.“

Ulrike Ebner und Astrid Zehentner, Pfarrgemeinderäte in Taxham und St. Severin stimmen ihm zu: „Wir verlangen nichts, was nicht katholisch wäre“, sagen sie und berufen sich auf eine Schrift Papst Benedikts XVI. Der hatte 1996 geschrieben: „Der Zölibat ist kein Dogma. Es ist eine Lebensform, die in der Kirche gewachsen ist und die natürlich immer die Gefahr des Absturzes mit sich bringt.“

Daher schlagen Salzburgs Pfarrgemeinderäte vor:

  • Ein Ende der geheim gehaltenen Beziehungen, Schluss mit der Scheinheiligkeit. Bis Herbst 2011 soll ein Modus gefunden werden, wie man bestehende Beziehungen von Priestern zu Frauen anerkennt und wie Priester weiter ihr Amt ausüben können.
  • Berufene sollen frei sagen können, ob sie sich für das Zölibat oder ein Eheleben entscheiden wollen.
  • Frauen sollen, wie etwa auch in der Evangelischen Kirche, zu Diakonen geweiht werden.
  • Um die Qualität der Seelsorge zu gewährleisten sollen auch Laien das Wort Gottes verkünden, taufen und bei Eheschließungen assistieren dürfen.

„Es ist unverständlich, dass in der Kirche so viel Angst vor Veränderungen herrscht“, sagt Leopold Penninger, Pfarrgemeinderat aus Morzg: „Wir wollen ja die Frohbotschaft verkündigen.“ Alle wissen, alle spüren es: „Wenn wir uns jetzt nicht öffnen - dann ist das das Ende der Kirche.“

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung
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