Mi, 13. Dezember 2017

Klassik-Pop

06.11.2010 03:31

Sting begeisterte in Wien mit Band und Orchester

Seit 2. Juni ist Ex-Police-Frontmann Sting mit dem Royal Philharmonic Concert Orchestra unter der Leitung von Maestro Steven Mercurio auf "Symphonicity"-Welttournee. Am Freitag hat ihn diese in die fast ausverkaufte Wiener Stadthalle geführt, wo der 59-jährige Brite, der mit vollem bürgerlichem Namen eigentlich Gordon Matthew Thomas Sumner heißt, sein Publikum mit über zwei Dutzend in symphonisches Ornat gehüllten Hits begeisterte.

Um 19.45 Uhr eröffnete Sting, der neben dem Orchester auch von einer Band bestehend aus seinem langjährigen Gitarristen Dominic Miller, Schlagzeuger David Cossin, Bassist Ira Coleman und der australischen Sängerin Jo Lawry (die auch als Duett-Partnerin fungierte) begleitet wurde, seinen Wien-Auftritt mit "If I Ever Lose My Faith For You". Der Police-Welthit "Every Little Thing She Does Is Magic" folgte, bevor Herr Sumner sein Publikum auf Deutsch mit den Worten "Guten Abend meine Damen und Herren. Ich bin glücklich, hier in Wien sein zu dürfen", begrüßte und Band sowie Orchester vorstellte.

Immer wieder kurze Anekdoten
Spätestens ab der dritten Nummer, seinem Solo-Hit "Englishmen in New York", hatte Sting die Konzertbesucher in der Stadthalle fest im Griff. Hit auf Hit ließ der 59-Jährige mit seiner Truppe auf das vom Angebotenen sichtlich angetane Wiener Publikum los, darunter so bekannte Titel wie "When We Dance", "I Hung My Head" oder "Fields Of Gold".

Sting zeigte sich stimmlich stark und flocht zwischen den Stücken immer wieder Anekdoten zu den Songs ein. So erklärte er etwa, dass der Titel "Russians" - einer der Glanzpunkte des Abends - "über den Kalten Krieg ist", dass "Shape Of My Heart" von einem Profi-Kartenspieler handelt und dass er "Why Should I Cry For You" für seinen verstorbenen Vater geschrieben hat.

Nach 13 Songs gab es eine 20-minütige Pause. Den zweiten Teil des Konzertes startete Sting, der auch immer wieder selbst zu Gitarre, Bass oder Mundharmonika griff, mit dem Titel "A Thousand Years", eine großartige Version von "The Cowboy Song" folgte. Ein Highlight des Abends war kurz darauf die Gruselballade "Moon Over Bourbon Street", bei der Sting mit einem Theremin (hierzulande auch als Ätherwellengeige bekannt) ein schräges Solo beisteuerte und am Schluss einen via Video zugespielten Vollmond anheulte. Es folgten "End Of The "Game" (Sting: "Das ist ein Song über einen Fuchs") und der Titel "You Will Be My Ain True Love", den der Brite für den Soundtrack zum Hollywood-Streifen "Cold Mountain" beigesteuert hat.

Standing Ovations für Sting
Bei "All Would Envy" brachte das Orchester fein nuanciertes Latin-Flair ins Spiel. Nach "Mad About You" standen wieder zwei Police-Klassiker auf dem Programm: Eine rockige Version von "King Of Pain" und der Welthit "Every Breath You Take", bei dem es das Publikum schließlich nicht mehr auf den Sitzen hielt. Es feierte Sting mit Standing Ovations.

Vier Songs gab es als Zugaben, allen voran eine fantastische Version von "Desert Rose". Nach einem rockigen "She's Too Good For Me" und dem leisen "Fragile" beendet Sting mit einer A-capella-Fassung von "I Was Brought To My Senses" seinen Wien-Auftritt und entließ schließlich um 22.30 Uhr ein begeistertes und zufriedenes Publikum mit den Worten "Danke schön alles, auf Wiedersehen" in eine laue Novembernacht.

Fazit: Insgesamt 27 Songs aus seiner bereits über 30-jährigen Band- und Solokarriere spielte Sting, der weltweit nahezu 100 Millionen Alben verkauft und nicht weniger als ein halbes Dutzend Grammys eingeheimst hat, bei seinem Wien-Gig. Das Konzept "Pop trifft klassische Begleitung" ging über weite Strecken auf, nur die eher flotteren New-Wave-Songs aus der Police-Ära (etwa "Every Little Thing She Does Is Magic" und vor allem die Klassiker "Roxanne" und "Every Breath You Take") "wehrten" sich etwas gegen die orchestralen Arrangements. Beim Rest der Songs bewiesen der britischen Superstar und seine zahlreichen Mitstreiter aber, dass sich Rockmusik und Klassik nicht unbedingt ausschließen und es durchaus möglich ist, Pop-Rhythmen mit einem Symphonieorchester zu bringen.

von Wilhelm Eder

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