Di, 12. Dezember 2017

Neue Erkenntnis

19.08.2010 10:35

Terrorvögel nutzten ihren Schnabel wie eine Axt

Die sogenannten Terrorvögel lebten vor etwa sechs Millionen Jahren in Südamerika und waren mit bis zu drei Metern Größe die größten Raubtiere dieser Zeit. Forschern ist es jetzt gelungen zu analysieren, wie der Riesen-Vogel seine Beute zur Strecke brachte. Er setzte seinen enormen Schnabel wie eine Axt ein.

Die riesigen Vögel setzten auf die Taktik guter Boxer. Statt zu beißen, stießen und hackten die Raubtiere immer wieder mit ihrem monströsen Schnabel auf ihre Beute ein, wie ein argentinisches und US-amerikanisches Forscherteam in der wissenschaftlichen Zeitschrift "PLoS" berichteten.

Frederico Degrange von der Universität La Plata in Argentinien und sein Team untersuchten den Schädel von "Andalgalornis steuletti", wie der Terrorvögel wissenschaftlich heißt. Das Tier lebte während des Zeitalters Miozän isoliert auf dem südamerikanischen Kontinent. Der Schädel des Terrorvogels maß 37 Zentimeter, wobei zwei Drittel auf einen harten, Raubvogel-ähnlichen Schnabel entfielen.

Schnabel machte den Vogel zum gefürchteten Jäger
Die Forscher konnten mit Hilfe einer Computertomographie feststellen, dass dieser Schnabel eine wesentlich härtere Grundstruktur als bei anderen vergleichbaren Vogelarten aufweist. Die Computermodelle zeigten, dass vor allem die Zug- und Stoßkräfte in Längsrichtung enorm gewesen sein müssen. Seitliche Bewegungen dürften dem Vogel mit dem Riesen-Schnabel allerdings schwerer gefallen sein.

Daher war es den Raubvögeln nicht möglich, ihre Beute zu packen und zu schütteln, wie heutige Beutegreifer das tun. Seitliche Bewegungen hätten den großen Schnabel vielleicht sogar brechen lassen können. Die Terrorvögel setzten auf kurze, schnelle Angriffe. Dazu nutzten sie ihre starke Halsmuskulatur, um Kopf und Schnabel wie eine Axt einzusetzen, mit der sie immer wieder von oben hackten und zustießen.

Die letzten, noch lebenden Verwandten der flugunfähigen Raubvögel sind die Seriemas, kleine Laufvögel in Argentinien und Brasilien, die von Insekten und Fröschen leben.

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