So, 17. Dezember 2017

Ärger in Salzburg

12.08.2010 09:10

Keine Qualitäts-Ansprüche an neuen LKH-Primar?

Das Salzburger Landeskrankenhaus kommt nicht zur Ruhe: Die Zukunft des Brustzentrums ist weiter unklar, und die Ausschreibung der neuen Leitung für die gesamte Frauenklinik hat unter Medizinern für Entsetzen gesorgt. Darin wurden nämlich sämtliche Fragen gestrichen, die über Erfahrung und Qualität der Bewerber Auskunft geben könnten. Insider vermuten einen politischen Postenschacher.

Mit Jahresende gehen die erfahrenen Primarärzte Alfons Staudach (Frauenklinik) und Christian Menzel (Brustzentrum) in Pension - seit Samstag läuft die Suche nach einem neuen Primarius (oder einer Frau), der/die beide Stationen in Personalunion leiten soll. Wobei unklar ist, was mit dem erfolgreichen Brustzentrum passiert.

Polit-Kandidatin?
Im Spital sorgt der Text der Ausschreibung für heftige Debatten und entsetztes Kopfschütteln. Der neue Primarius muss zwar Professor oder Dozent sein - die Habilitation muss aber nicht aus einem Thema der Gynäkologie sein. "Wir wollten damit mehr Bewerber ansprechen", hieß es dazu im Spital. Insider wissen: Nur so kann sich Oberärztin Barbara Maier bewerben, die sich in Ethik habilitierte und Wunschkandidatin von SPÖ-Politikern ist.

Bewerber brauchen nicht einmal anzugeben, was sie gearbeitet haben. Anzahl der Geburten, der Kaiserschnitte und Untersuchungen an Babys im Mutterleib müssen nicht genannt werden, ebenso wenig die Anzahl der verschiedenen gynäkologischen Operationen.

Fatales Zeichen
"Das war in den Entwürfen enthalten, in der Ausschreibung fehlt es aber", berichten Mediziner. "Damit sind die wesentlichen Qualitäts-Kriterien weg - für die Zukunft der Klinik ist das ein fatales Zeichen."

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung
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