Mo, 11. Dezember 2017

Nach langem Streit

04.08.2010 10:20

"Segelmädchen" zu Weltumrundung aufgebrochen

Die 14-jährige Niederländerin Laura Dekker ist am Mittwoch in See gestochen, um ihren seit Jahren gehegten Traum von einer Einhand-Weltumseglung zu verwirklichen. "Es ist wunderbar, dass ich jetzt offiziell loslegen darf", erklärte die Jugendliche vor ihrer Abreise. Die Reise der 14-Jährigen, die auf einer Jacht geboren wurde, soll rund zwei Jahre dauern und war erst nach heftigen Debatten und zahlreichen Gerichtsverhandlungen möglich geworden.

Bei ihrem Abschied in der Heimat sagte Dekker, sie habe keine Angst vor dem Abenteuer. Sie startete am Vormittag vom kleinen Hafen Den Osse, wo sie seit März mit ihrem Vater auf einem kleinen Kahn lebte. Ihr Vater begleitet sie auf ihrem Segelboot "Guppy" bis nach Portugal, "um die letzten Kleinigkeiten zu testen und zu verbessern", bevor sie dann allein die Weltumseglung antritt.

Um als jüngste Weltumseglerin in die Geschichte einzugehen, muss Dekker den Törn vor ihrem 17. Geburtstag am 20. September 2012 beenden. Den Rekord hält bisher die 16-jährige Australierin Jessica Watson. Sie verbrachte 210 Tage mit ihrem Boot auf See.

Weltweite Debatte über Verantwortung
Das Vorhaben der Niederländerin hatte im vergangenen Jahr eine weltweite Debatte darüber entfacht, wie weit Eltern bei der Unterstützung ihrer Kinder gehen sollten. Grünes Licht für den Rekordversuch gibt es erst seit vergangener Woche, als ein Gericht die Vormundschaft des Jugendamtes über das Mädchen aufhob. Die Verantwortung für Dekker liege allein bei ihren Eltern, sagte Richter S. Kuypers. Sowohl der Vater als auch die Mutter Lauras hatten den Weltumsegelungs-Wunsch ihrer Tochter immer unterstützt.

Die mediale Aufmerksamkeit der vergangenen Monate haben der Jugendlichen nun nicht nur ein größeres Boot beschert, sondern auch moderne Navigationsgeräte und Sicherheitsausrüstung. Dekker lernte, Wunden zu nähen, mit Schlafentzug umzugehen und ein Feuer auf ihrem 11,50 Meter langen Schiff zu löschen.

Laura denkt gar nicht ans Scheitern
Wie gefährlich eine solche Reise sein kann, wurde erst im vergangenen Monat deutlich: Nach einem Mastbruch musste die 16-jährige Amerikanerin Abby Sunderland zwei Tage auf ihrem Boot ausharren, bevor sie 3.200 Kilometer westlich vor der australischen Küste gerettet wurde. Die dramatische Rettung Sunderlands habe sie verfolgt, sagte Dekker am Dienstag. "Aber das hat mich eigentlich nicht beunruhigt." Ihr Boot sei größer und stabiler als das der Amerikanerin, und außerdem wolle sie auf das bestmögliche Wetter für ihre Reise achten.

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