Di, 17. Oktober 2017

Unglück in den Anden

24.07.2010 17:22

Bergführer aus Salzburg in Peru schwer verletzt

Ein Bergsteigerdrama, in das eine achtköpfige österreichische Alpinistengruppe verwickelt war, hat sich am Mittwoch in den peruanischen Anden zugetragen. Bei dem Sturz in den Tod traf der fallende Körper eines 30-jährigen Argentiniers den Salzburger Bergführer Andreas Sch. sowie einen Tiroler. Der 28-jährige Bergführer wurde schwer, sein Kamerad leicht verletzt.

Während sich Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner auf den Gipfelsturm am K2 vorbereitet, sorgte der Alpinunfall in den Anden für Aufregung. Der 5.947 Meter hohe Alpamayo zählt zu den schönsten Bergen weltweit - und ist deshalb begehrtes Ziel bei vielen Alpinisten. Am Mittwoch hatte auch eine achtköpfige Gruppe aus Österreich ihr Glück versucht und war gemeinsam mit vielen anderen Kollegen auf dem Weg zum Gipfel des spektakulären Berges.

Unter den Österreichern auch Andreas Sch., Alpinpolizist und äußerst erfahrener Bergführer. Und dennoch brauchte der 28-Jährige viel Glück, um diesen Tag zu überleben.

Fallender Argentinier traf die beiden Österreicher

Der Argentinier Esteban Schneider rutschte auf dem Weg zum Gipfel von einer Steilwand. Seine Leiche wurde laut der örtlichen Alpinpolizei am Freitag geborgen. Der Kletterer war etwa 200 Meter tief in ein Schneefeld gefallen und in einer Eisspalte gelandet. Er dürfte sofort tot gewesen sein. Dem Chef der Alpinpolizei zufolge wurden die beiden Österreicher vom fallenden Körper des Argentiniers getroffen.

Während der Tiroler nur leicht verletzt wurde, musste der Salzburger ins Krankenhaus geflogen werden. Er kann aber schon bald wieder nach Hause reisen.

"Zuerst hat es für einen der beiden Männer ziemlich schlecht ausgesehen. Die Retter mussten von einer schweren Wirbelsäulenverletzung ausgehen", sagte Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal. Nach der Einlieferung ins Spital in Lima habe sich aber herausgestellt, dass der Unfall nicht ganz so schlimm ausgegangen ist: Der Mann habe eine schwere Rückenprellung erlitten.

Bergung per Hubschrauber zunächst nicht möglich

Der erlösenden Diagnose war eine äußerst schwierige Bergung vorangegangen, die die österreichische Botschaft in Lima mit dem lokalen Bergführer und den örtlichen Behörden organisiert hatte. Wegen schlechter Wetterbedingungen und der großen Höhe war ein Hubschrauberflug zunächst nicht durchführbar gewesen. "Mehrere Mitglieder der Gruppe haben deswegen geholfen, die Verletzten so weit herunterzubringen, bis ein Transport auf dem Landweg möglich war", schilderte Launsky-Tieffenthal die spektakuläre Evakuierungsaktion. Von der nordöstlich von Lima gelegenen Bezirksstadt Huaraz schließlich wurde der Tiroler mit einem Ambulanzflug nach Lima gebracht.

"Es waren alles erfahrene Kletterer aus mehreren Bundesländern", sagte der Außenamtssprecher. Auf Ersuchen der Betroffenen und der Angehörigen wollten die Behörden zur den Bergsteigern sonst keine näheren Angaben machen.

von Manuela Kappes, Stefan Ruef (Kronen Zeitung) und krone.at

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