Do, 19. Oktober 2017

Heftige Unwetter

18.07.2010 10:52

Geparktes Auto in Dienten von Bach mitgerissen

Eine erste Gewitterfront mit Hagelschauern hat am späten Samstagnachmittag den Pinzgau und Pongau überquert. Dabei wurde in Dienten ein Auto von einem Bach eineinhalb Kilometer weit mitgerissen. In Hinterglemm kamen golfballgroße Hagelkörner vom Himmel und in Saalfelden wurde die Feuerwehr zu überfluteten Kellern gerufen. Nur wenige Stunden später zog neuerlich ein Unwetter über den Süden Salzburgs. In Neukirchen trat die Salzach über die Ufer, 500 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Ein Wirtshausbesuch kann Leben retten. So passiert am Samstag in Dienten. Während ein Mühlbacher mit Freunden im Gasthaus saß, riss die Dientner Ache sein Auto weg. Nach eineinhalb Kilometern war der Wagen nur noch ein Blechhaufen (Bild). "Wir dachten zuerst, es ist jemand drin. Die Wasserretter konnten aber bald Entwarnung geben", sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Klaus Portenkirchner zur "Krone".

Mit dem Taxi zum Einsatz
Außer ein paar überfluteten Kellern und einer leichten Vermurung der Landesstraße ist Dienten noch gut davongekommen. "Der Einsatz war trotzdem schwierig, weil die Straße nach Lend wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Und unseren Feuerwehrleuten war der Weg wegen einer Mure versperrt. Also ließen sie das Auto stehen, gingen durch den Dreck und riefen ein Taxi, um schnell zum Einsatz zu kommen", ist Portenkirchner stolz auf den Ideenreichtum seiner Helfer.

Hagel zerstört Autoscheiben
Auch die oft von Muren geplagten Bewohner von Saalbach blickten am Samstag besorgt zum dunklen Himmel. "Aber wir hatten keinen Einsatz. Nur über dem Fußballplatz in Hinterglemm gingen golfballgroße Hagelkörner nieder. Viele Autoscheiben von Besuchern eines Spiels haben das nicht heil überstanden", berichtet Feuerwehr-Chef Michael Eberharter.

Blitzschlag in Maria Alm
Ernst Schreder, Kommandant in Saalfelden, meldete ein paar überflutete Keller und einen kleinen Brand durch Blitzschlag, Maria Alm kam auch fast ohne Schäden davon. In Zell am See ging der Hagel über dem Jugendlager der Feuerwehr nieder, "doch bei der Abschlussfeier um 19 Uhr ging es schon wieder", so Feuerwehrkommandant Gerhard Blassnig.

Zweite Unwetterwelle in der Nacht
Das Unwetter in der Nacht auf Sonntag löste dann erneut kleinere Vermurungen und Überschwemmungen aus. Laut Landeswarnzentrale standen 500 Feuerwehrleute im Einsatz. In Neukirchen trat die Salzach über die Ufer und beschädigte den Damm der Pinzgaubahn. Ein in Richtung Bramberg fahrender Nachtzug musste in Mittersill aus Sicherheitsgründen gestoppt werden. Die Fahrgäste stiegen in Taxibusse um.

"Oberhalb von Neukirchen hat es am Bahndamm leichte Beschädigungen gegeben. Der Sonderrückbringerzug vom Seefest in Zell am See, der dort um 2 Uhr abgefahren ist, fuhr nur bis Mittersill. Seit Sonntag in der Früh läuft der Zugverkehr wieder normal, die Salzach ist wieder zurückgegangen", sagte Gunter Mackinger, Verkehrsdirektor der Salzburg AG.

Salzach binnen kurzer Zeit um einen Meter gestiegen
In Mittersill ist die Salzach durch den starken Regen "innerhalb von drei Stunden um einen Meter gestiegen", berichtete Ortsfeuerwehrkommandant Georg Schaller. Der Fluss erreichte einen Pegelstand von 4,90 Meter. "Bei fünf Metern wäre die Salzach in das erste Entlastungsbecken übergelaufen. Für Objekte bestand aber keine Gefahr." Zur Sicherheit wurden Hochwasserschutzbalken aus Aluminium aufgestellt, auch entlang der Trasse der Pinzgaubahn. 36 Feuerwehrleute standen mit sechs Fahrzeugen im Einsatz.

Auf der Stubachtal-Landesstraße (L264) in Uttendorf blieb ein Tiroler Autofahrer aus Kitzbühel gegen 1 Uhr auf einem verschlammten Entwässerungsgitter stecken. Der Wagen wurde von der Feuerwehr aus dem Erdreich gezogen. Die Straße war wegen der Vermurung in der Nacht gesperrt.

Salzach am Sonntagvormittag rückläufig
Am Sonntagvormittag meldete die Feuerwehr weitere kleine Vermurungen, etwa in Viehhofen im Glemmtal. Ein Güterweg, der zu einem Bergbauernhof führt, dürfte nicht mehr befahrbar sein. Die Salzach sei im Pinzgau mittlerweile rückläufig, daher habe sich die Lage etwas entspannt, so Franz Fritzenwanger, Feuerwehr-Abschnittskommandant vom Oberpinzgau. Da es am Sonntagvormittag immer noch stark regnete, wurde der Pegelstand aber weiterhin genau beobachtet.

von Melanie Hutter (Kronen Zeitung) und krone.at

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