So, 17. Dezember 2017

Gleich neben Polizei

21.06.2010 10:11

Brutaler Überfall auf Wirt: "Ich fürchtete um mein Leben!"

Der Raubüberfall auf eine Pension direkt neben den Büros der Kriminalpolizei in der Salzburger Hellbrunner Straße bleibt mysteriös. Zwei unbekannte Männer schlugen den 63-jährigen Besitzer brutal nieder, fesselten ihn und stahlen schließlich seine Ersparnisse. Weder die Gäste noch die benachbarte Polizei bekamen etwas mit…

Die Männer läuteten am Freitag um exakt 15.20 Uhr an der Tür der Pension am Eschenbach. "Ich dachte, es seien Mieter und öffnete. Die zwei sagten kein Wort, packten mich und stießen mich ins Haus", erinnert sich Heinz Michael Elwischer (im Bild) an die schlimmsten Minuten seines Lebens.

"Sie schlugen mit Fäusten auf mich ein, bis ich am Boden lag. Dann schlangen sie mir ein Tuch um den Hals und zogen zu. Ich bekam kaum Luft und konnte nicht sprechen. Sie schrien immer wieder: 'Geld, sonst tot!'", schildert der Mann. Schließlich zerrten die beiden das Opfer ins Büro. "Sie fesselten mich mit einem Kabel. Dann zerschlugen sie mein Sparschwein. Da waren gut 900 Euro drin", erzählt er. Die Unbekannten brachen auch eine Handkasse auf, in der 120 Euro lagen, und stahlen zwei Laptops.

In allen Räumen nach Geld gesucht
Die Pensionsgäste bekamen nichts mit. Elwischer wagte nicht, um Hilfe zu rufen. "Die hätten mich sonst umgebracht! Eine Dreiviertelstunde lang fürchtete ich um mein Leben. Sie haben ja in den anderen Räumen im Erdgeschoß auch nach Geld gesucht. Mehrmals zerrten sie mich vom Büro in den Flur, dann ins Frühstückszimmer", berichtet das geschockte Opfer. Die Männer banden den Wirt schließlich an einen Sessel. Dann flüchteten sie samt Beute.

Der Verletzte wurde wenig später von Gästen entdeckt und befreit, die von einem Ausflug heimkamen. Er musste im Spital versorgt werden. Elwischer staunt, wie kaltblütig die Männer ("vermutlich aus Rumänien oder dem Kosovo") vorgingen: Nur 50 Meter neben der Pension ist die Kripo untergebracht, "da steht auch deutlich 'Kriminalpolizei' auf dem Haus" – doch am Freitag stand kein Einsatzwagen vor der Tür. Und die 30 Beamten, die Dienst hatten, merkten nichts von dem brutalen Überfall.

Kameras lieferten wertvolle Bilder
Das Duo hatte die Pension offenbar genau ausspioniert: "Ich habe in den vergangenen Tagen mehrmals Männer gesehen, die vorm Haus auf und ab gingen. Die dachten sich wohl, in einer Pension sei viel zu holen", meint Elwischer und hofft, dass seine Peiniger rasch gefasst werden – dazu leistete er selbst einen wertvollen Beitrag: In der Pension sind Überwachungskameras installiert. Und die lieferten gestochen scharfe Bilder der Räuber (siehe kleines Bild).

von Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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