Sa, 18. November 2017

38 Zuschüsse

05.06.2010 11:21

Land spendierte Jugendverein stolze 1,4 Millionen Euro

Sagenhafte 151,28 Millionen Euro an Steuergeld hat das Land im Vorjahr verteilt – und die ungekrönten Könige im Abkassieren von Subventionen sitzen bei "Akzente". Der Jugendverein heimste insgesamt 38 verschiedene Zuschüsse ein. 1,4 Millionen flossen so aufs "Akzente"-Konto. Dass die Vereinsfinanzen chaotisch waren und Geld aus der Handkasse fehlte, kümmerte die Regierung nicht…

Gerade einmal 48 Seiten lang war der Prüfbericht des Landesrechnungshofes über "Akzente" – aber er deckte haarsträubende Zustände beim Jugendverein auf, vom Dienstauto des Chefs bis zum fehlenden Geld aus der Kasse.

Finanzielle Konsequenzen gab es für den Verein so gut wie keine, wie der brandneue Subventionsbericht des Landes enthüllt. Kein anderer Verein kassierte so radikal bei den Zuschüssen ab wie "Akzente". 38 verschiedene Subventionen heimsten die halb-amtlichen Jugendbetreuer für ihre Arbeit ein. Aus den Ressorts der Landesrätinnen Doraja Eberle und Erika Scharer kassierten sie genau 1,402.585 Euro!

Bericht deckt auf
Dafür betreute Akzente vor der Landtagswahl die Aktion "Wählen mit 16" – das wurde dem Verein mit 29.643 Euro versüßt. Unsummen flossen ohne genaue Angaben auf das Konto: 460.600 Euro waren "Beitrag zum Personal- und Sachaufwand", 313.540 Euro gab es als Förderungsbeitrag. Die Jugendinfostellen waren dem Land 471.700 Euro wert. Dazu flossen stattliche Summen für jugendpolitische Aktivitäten (128.500 Euro) Schulungskurse (26.500 Euro), für Jugendmitbestimmung (36.400 Euro) und für "Veranstaltungen" (118.200 Euro).

Fragwürdiger Sparkurs
Der Erfindungsreichtum im Beantragen von Subventionen war fast grenzenlos: Die Akzente-Macher ließen sich 10.000 Euro für die Durchführung von fünf EU-Projekten zahlen, kassierten 17.200 Euro für ein Jugendprojekt "Integration – Migration", sie bekamen 186 Euro als Landesbeitrag für eine Homepage sowie 1.044 Euro für Drucksorten. Akzente organisierte nicht nur das Landesjugendsingen (10.200 Euro Subvention), sondern ließ sich auch die Rechnung von 63 Euro für eine Besprechung dazu begleichen. Natürlich blechte der Steuerzahler auch eine Foto-CD (78 Euro) und den Druck des Budgets (42 Euro). So sah der Landes-Sparkurs 2009 in der Praxis aus…

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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