Mo, 18. Dezember 2017

Festspielskandal

07.05.2010 09:10

Jetzt sind zwölf Verdächtige im Visier der Behörden

Im Jänner ist der Millionenskandal um die Salzburger Osterfestspiele geplatzt – jetzt sind zwölf Verdächtige im Visier von Polizei und Staatsanwalt. Darunter nicht nur Ex-Chef Dewitte, seine Gattin sowie der frühere Technik-Leiter. Die Behörden ermitteln auch gegen den Finanzdirektor und die Protokollchefin der Festspiele.

Der frühere Chef der Osterfestspiele, Michael Dewitte, verlor seinen Job, weil er vom Geld der Sponsoren satte Provisionen eingestreift haben soll. In einem Fall ließ er 300.000 Euro von einem russischen Sponsor auf ein Konto im türkischen Teil von Zypern überweisen, das offiziell einer Firma aus Belize in Mittelamerika gehörte, so der Vorwurf. Weiters soll er sich Gehaltserhöhungen genehmigt und horrende Spesenrechnungen vorgelegt haben. Auch seine Gattin Yvette dürfte für sattes Gehalt im Festival mitgearbeitet haben.

Die Affäre kostete den Ex-Technikchef der Festspiele den Job: Klaus Kretschmer soll trotz striktem Verbot im Nebenjob fürs Osterfestival gearbeitet und gewaltige Honorare kassiert haben. Die Geschäfte dürften zum Teil über Firmen in Hallein und Freilassing erfolgt sein.

Weitere Mitarbeiter im Visier
Zwei Anzeigen durch die neuen Chefs der Osterfestspiele und vom Festspieldirektorium folgten – seither ermittelten Polizei und auch Staatsanwaltschaft. Ergebnis: Die Ermittlungen wurden auf zwölf Verdächtige ausgedehnt (für alle gilt die Unschuldsvermutung!) – das bestätigte Staatsanwältin Barbara Feichtinger der "Krone".

Neben Kretschmer und den Dewittes sind noch Mitarbeiter der Firmen im Visier, über die Kretschmers Geschäfte liefen. Dazu der Osterfestspiel-Anwalt sowie der Kanzleipartner und zwei Steuerberater. Feichtinger: "Und von den Festspielen sind die Protokollchefin sowie der kaufmännische Direktor Gerbert Schwaighofer unter den Verdächtigen."

von Manfred Heininger und Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden