Sa, 18. November 2017

Bis 70 Mio. € Schaden

19.04.2010 15:34

Betrüger prellten rund 1.000 Anleger und Finanzamt

Mithilfe von Prospekten soll der mutmaßliche Betrüger Horst T. (68) aus Wr. Neustadt mit weiteren Komplizen mehr als ein Jahrzehnt lang für Beteiligungen an "innovativen" Produkten geworben haben. Die Beschuldigten köderten ihre Anleger mit anfänglichen Verlusten, die Steuervorteile bringen würden. Die Gesellschafter wussten allerdings nicht, dass die beworbenen Erfindungen nur Fantasiegebilde der Geschäftsleute waren.

Im Zeitraum von 1998 bis 2009 sollen die Verdächtigen professionell für eine Vielzahl von Beteiligungsmodellen (als atypisch stille Gesellschafter) die Werbetrommel gerührt haben – sie versprachen den Anlegern laut Sicherheitsdirektion dafür Verluste, um diese von der Steuer abschreiben zu können. Rund 1.000 Anleger sollen mit rund 2.000 Beteiligungen Steuervorteile genossen haben – dem Staat entgingen so mindestens 32 Millionen Euro, so die Sicherheitsdirektion am Montag.

Nicht nur Produkte, auch Verluste waren "erfunden"
Die Verluste dürften laut Sicherheitsdirektion dadurch erzielt worden sein, indem Leistungen verrechnet bzw. als Aufwand erfasst wurden, die allerdings nie erbracht wurden oder gar keinen wirtschaftlichen Wert hatten. Das eingebrachte Kapital der atypisch stillen Gesellschafter von insgesamt rund 40 Millionen Euro soll schließlich über Konten verbundener Gesellschaften transferiert und zum Großteil in bar an Horst T. und seine Komplizen abgeflossen sein.

Verdächtiger ist teilweise geständig
Nach einer umfangreichen Hausdurchsuchung wurden neben Horst T. noch weitere drei Beschuldigte ausgeforscht, festgenommen und in die Justizanstalt Wr. Neustadt eingeliefert. T. zeigte sich teilweise geständig, das Vermögen wurde sichergestellt.

Obwohl die Ermittlungen der Beamten der Abteilung Wirtschaftskriminalität großteils abgeschlossen sind, wird die Aufarbeitung der umfangreichen und vielschichtigen - rund 2.000 Delikte umfassenden – Causa noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Weitere Geschädigte, die noch nicht verständigt wurden, sollen sich unter der Telefonnummer 059133/30-3271 melden. Hinweise zu den Verdächtigen, die natürlich vertraulich behandelt werden, können ebenfalls unter dieser Telefonnummer mitgeteilt werden.

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