Sa, 18. November 2017

Nach Brutalo-Foul

19.04.2010 12:26

Gustafsson darf hoffen - Salzburg steht unter Schock

Der Schock in Salzburg sitzt tief. Fünf Tage vor dem wohl meisterschaftsentscheidenden Schlager gegen Verfolger Rapid hat die schwere Verletzung von Kapitän Eddie Gustafsson dem Meister einen schweren psychischen Schlag versetzt. Nach dem brutalen Foul fürchtet der schwedische Fußball-Internationale um die Fortsetzung seiner Karriere, die torlose Nullnummer gegen den LASK rückte komplett in den Hintergrund.

Nach geglückter Operation noch am Sonntagabend gab es von Vereinsseite aber zumindest leichte Entwarnung. Der 1:20 Stunden dauernde Eingriff sei gut verlaufen, berichtete Club-Arzt Helmut Klampfer. Gustafsson hatte im linken Unterschenkel einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten, das Schienbein wurde im Zuge der Operation mit einem Marknagel fixiert. Der 33-Jährige dürfe sich auch Hoffnungen machen, nach einer längeren Pause wieder das Tor hüten zu können.

Zuversicht angebracht
"Einen Tag nach der OP kann man das seriöserweise nicht hundertprozentig sagen. Jedoch was die Erfahrung mit Spitzensportlern bei solchen Verletzung betrifft, darf man zuversichtlich sein, dass Gustafsson seine Karriere nach einer Pause von sechs Monaten fortsetzen kann", erklärte Klampfer. Dem "geknickten" Patienten, der als Musterprofi nicht nur bei den eigenen Spielern hoch angeschrieben steht, gehe es den Umständen entsprechend.

Geschockte Bullen
Nach Schlusspfiff auf der Linzer Gugl war den Spielern und Betreuern des Meisters die Sorge um ihren Kapitän ins Gesicht geschrieben gewesen. "Der Titel interessiert mich nach solchen Ereignissen überhaupt nicht", erklärte Trainer Huub Stevens. "Die Spieler waren geschockt. Da ist es nur zu verständlich, dass sie nach dem Vorfall nicht mehr wirklich gut waren." Verärgert war der Niederländer, dass die Attacke des offensichtlich übermotivierten Lukas Kragl in der 42. Minute nicht mit Rot bedacht worden war.

"Es war keine Absicht"
LASK-Coach Helmut Kraft wollte seinen zuletzt hochgelobten Jung-Stürmer aber nicht vorschnell als Treter verurteilt wissen. "Es war keine Absicht dabei", sagte der Tiroler, der den 20-Jährigen für viele unverständlicherweise auch nach der Pause auf dem Feld ließ. "Ich habe ihm gesagt, dass er trotzdem weiterspielen muss, weil solche Sachen im Fußball passieren", erklärte Kraft. Kragl ("Es tut mir irrsinnig leid, es war keine Absicht") selbst entschuldigte sich noch in der Pause bei Gustafsson.

Keine Folgen für Kragl
Eine nachträgliche Sperre vonseiten der Liga braucht der Angreifer jedenfalls nicht fürchten. Da Schiedsrichter Harald Lechner Kragl mit Gelb verwarnt hatte, fällt das "Brutalo-Foul" unter die Kategorie Tatsachenentscheidung. Ermittlungen könnten nur dann eingeleitet werden, wenn das Vergehen hinter dem Rücken des Unparteiischen passiert wäre.

Neuer Rückhalt Heinz Arzberger
Die 20 Liga-Partien ungeschlagenen Salzburger, die vor den letzten fünf Runden sechs Zähler vor Rapid liegen, müssen im Meisterschaftsfinish nun auf den Rückhalt von Heinz Arzberger vertrauen. "Ich hoffe, dass ich in den letzten fünf Runden meinen Beitrag leisten kann, damit wir Meister werden", meinte der in Linz ungeprüfte 37-Jährige.

Teamtorhüter gesucht
Klar ist aber unabhängig von seinen Leistungen, dass die Mozartstädter im Sommer auf dem Transfermarkt aktiv werden müssen. Arzbergers Vertrag läuft mit Saisonende aus und U21-Teamtorhüter Wolfgang Schober scheint als Nummer eins noch überfordert.

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