Sa, 18. November 2017

Große Offensive

28.02.2010 17:10

14.000 Wohnungen bis 2015 bereits fix am Bauplan

"Wir sind jahrelang gescholten worden, weil wir kein Geld der Wohnbauförderung für Spekulationen verwendet haben", erzählt Landesrat Walter Blachfellner. Die Vorsicht machte sich aber bezahlt: Während in anderen Ländern das Geld weg ist, macht Salzburg alleine heuer sagenhafte 315 Millionen Euro für Wohnbau locker!

Blachfellner ließ den Bedarf nach Wohnungen in jeder einzelnen Gemeinde erheben – und er weiß, "dass wir bis 2015 im ganzen Land gut 14.000 Wohnungen benötigen. Und 10.000 davon müssen gefördert sein." Mit einem neuen Schwerpunkt: Die überwältigende Mehrheit der jungen Familien, die ein neues Heim suchen, wollen eine Mietwohnung. Das liegt auch daran, dass viele sich Eigentums-Wohnungen kaum leisten können.

Wohnungen an Bahnlinien attraktiv
Wo ist die Nachfrage am größten? Da hat Blachfellner in der Statistik zwei große Trends  ausgemacht: Der Großraum um Salzburg hat weiterhin großen Neubau-Bedarf – das beweisen die vielen Wohnungssuchenden in der Stadt und in den Umlandgemeinden wie Anif, Wals, Grödig und auch Hallein. "Außerdem möchten sich viele Familien in Gemeinden ansiedeln, die direkt an den Bahnlinien liegen", sagt Blachfellner. "Da können sie mit ÖBB oder Lokalbahn schnell zu den Arbeitsplätzen pendeln."

An der Lokalbahn ist das ablesbar in Bürmoos und in Oberndorf, wo viele Familien gezielt auf Wohnungssuche gehen. An der Westbahn ist aus diesem Grund der Bedarf zum Beispiel in Seekirchen oder Straßwalchen besonders groß. "Aber auch im Pongau macht sich das deutlich bemerkbar", erklärt der Landesrat. Schnelle Zugverbindungen machen etwa Bischofshofen auch für Pendler in die Stadt Salzburg sehr attraktiv.

Blachfellner setzt deshalb auch in der Raumordnung verstärkt auf den Zug: "Wir haben im nördlichen Flachgau bevorzugt Bauland an der Lokalbahn ausgewiesen. Und an der Westbahn arbeiten wir an einem ähnlichen Konzept. Weil wir damit erreichen, dass die Leute mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendeln und nicht mit dem eigenen Auto. So vermeiden wir weitere Staus!"

Förderungen für Jungfamilien
Was brachte der Verzicht auf Spekulation bei der Wohnbauförderung? "Wir haben weiterhin Geld – und das zahlt sich für die Jungfamilien aus. Die Miete für eine geförderte 70-Quadratmeter-Wohnung in Mattsee kostet rund 550 Euro, ohne Förderung wäre sie um 300 Euro teurer – das könnten sich gerade Junge kaum leisten", rechnet Blachfellner vor.

von Robert Redtenbacher, "Salzburger Krone"

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