Sa, 18. November 2017

„Nur Scherereien“

28.01.2010 10:48

Harte Kämpfe um Wanderweg: Bauer ist verzweifelt

Der Wanderweg zur Erentrudisalm hoch über Glasenbach treibt Rupert Haslauer zur Verweiflung: "Sogar im Winter ist das eine beliebte Route", weiß er. "Aber statt über den offiziellen Weg laufen alle über meine Wiesen, ich kriege keine Entschädigung, trage das Risiko für Unfälle und soll sogar Förderungen rückzahlen!"

"Mit dem Weg ist es eine Katastrophe", brummt Haslauer. Denn offiziell - so ist es auch in den Karten eingetragen - führt die Route zur Erentrudisalm am Rand des Waldes entlang. Doch alles wurde verlegt, da stimmte der Landwirt auch zu. Aber nun sind es gleich drei Wege mit 1.480 Metern Länge, die sich auf seinem Grund kreuzen - und alle viel begangen.

Statt Entschädigung Rückzahlung von Agrarförderungen
"Ich hab seit Jahren damit nur Scherereien und Nachteile", erklärt der Bauer und fügt hinzu: "Auf eigene Kosten hab ich den Weg sogar hergerichtet, damit ja nichts passiert. Aber ich zahle nur drauf!" Vom Tourismusverband bekommt er keine Entschädigung, das Risiko für Unfälle muss er selbst übernehmen. Und ihm droht eine saftige Rückzahlung von Agrar-Subventionen: "Weil diese Wege von den bewirtschafteten Flächen abgezogen werden, dafür sollte ich auch noch rückwirkend zur Kasse gebeten werden."

Unterstützung erhält Haslauer von FP-Bauernkandidat Alois Nußbaumer: "Das geht nicht, dass Bauern bei den touristischen Wegen nur draufzahlen." Wenn es keine Einigung gibt, rät Nußbaumer, "den Weg einfach sperren". Er hat als juristischen Berater den dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf gewonnen.

BM Tiefenbacher: "2007 gab es schon Einigung"
Ortschef Franz Tiefenbacher hält dagegen: "Sperren geht nicht. Und 2007 gab es schon eine Einigung, davon wollte Haslauer aber nach ein paar Tagen nichts mehr wissen." Ist noch eine gütliche Regelung möglich? "Die Sache ist so verfahren…"

von Robert Redtenbacher, Salzburger Krone

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