Di, 17. Oktober 2017

Ski-Show auf Planai

27.01.2010 08:42

Herbst gewinnt das ‚Nightrace‘, Pranger auf Rang 3, Raich 4.

Titelverteidiger Reinfried Herbst hat am Dienstagabend den alpinen Ski-Weltcup-Nachtslalom in Schladming gewonnen. Der 31-jährige Olympiazweite aus Salzburg setzte sich mit Laufbestzeit im Finale klar vor dem Schweizer Silvan Zurbriggen (+0,56 Sek.) sowie dem Tiroler Manfred Pranger (0,82) durch. Damit bleibt Schladming eine Österreicher-Festung: Zum bereits neunten Mal in 14 Auflagen und zum vierten Mal in Folge kommt der Sieger aus Österreich.

Der Salzburger gewann Dienstagnacht und damit wie im Vorjahr nur zwei Tage nach seinem bitteren Kitzbühel-Out den spektakulärsten Weltcup-Slalom der Welt. Benni Raich komplettierte als Vierter einen tollen ÖSV-Erfolg.

Durststrecke beendet
Damit ging vor 50.000 begeisterten Fans auch eine österreichische Durststrecke zu Ende. Am 21. Dezember hatte Herbst in Alta Badia für den bis Dienstag letzten Sieg der ÖSV-Herren gesorgt. Er selbst beendete nach zehn sieglosen Rennen mit dem ersten Erfolg im Olympia-Jahr diese Negativ-Serie, carvte nach zwei Ausfällen in Folge auf dem steilen Schladminger "Eislaufplatz" namens Planai zum dritten Saisonsieg.

"Ein Märchen! Ein Traum", packte der 31-ährige Salzburger seine Gefühle in Superlative und strahlte heller als alle Flutlichter auf der WM-Piste. Immerhin war er zuletzt sowohl in Wengen und - wie im Vorjahr - auch in "Kitz" als Halbzeitführender ausgefallen. Die Geschichte wiederholt sich also doch.

Pranger nach Lauf eins vorne
Diesmal klappte es endlich - dank einer neuen "Taktik". Nach Lauf eins hinter dem souveränen Pranger "nur" Zweiter, attackierte Herbst im Finale voll und der Plan ging auf. "Im ersten Lauf habe ich mir vom Eis noch die Schneid abkaufen lassen. Aber dann war ich so fokussiert, dass ich im zweiten auch in Kauf genommen hätte, dass ich rausfliege", betonte der Unkener. "Es ist verrückt. Bisher habe ich so oft den Sieg im zweiten Lauf weggeworfen. Jetzt weiß ich, dass ich es auch umgekehrt kann."

Während sich Herbst mit seinem dritten Saisonsieg nicht nur den Siegerscheck über 27.500 Euro schnappte, sondern auch knapp vor Julien Lizeroux - der Franzose wurde unmittelbar vor den beiden sensationellen Japanern Naoki Yuasa und Akira Sasaki Siebenter - die Führung im Slalom-Weltcup zurückholte, musste sich Pranger einen Tag nach seinem 32. Geburtstag mit Platz drei zufriedengeben. In Lauf eins hatte er mit Nummer eins noch einen Traumlauf hingelegt und erstmals in Schladming geführt, mit Nummer 30 klappte im Finale dann aber gar nichts mehr.

Pranger: "Nach sechs Toren abgestellt"
"Ich wollte voll attackieren, bin aber schon am Start mit dem Stock ausgerutscht", erklärte der Tiroler. Dann folgte noch ein Rutscher, "nach sechs Toren habe ich deshalb abgestellt", gestand Pranger. "Ich wollte nach meinen drei Ausfällen endlich wieder auch mal ins Ziel kommen. Deshalb ist Platz drei auch nicht schlecht. Aber natürlich will man gewinnen, wenn man sechs Zehntel voraus liegt", sagte der Gschnitzer. "Es ist trotzdem ein Privileg, an so einem Rennen teilnehmen zu dürfen."

Raich komplettierte als Vierter den ÖSV-Erfolg und führt jetzt in der Weltcup-Gesamtwertung mit 903:829 Punkten gegenüber dem Schweizer Carlo Janka. Trotzdem gab sich der viermalige Nightrace-Sieger nach seinem vierten Platz im vierten Jänner-Slalom in Folge schaumgebremst. "Platz vier ist besser als nichts. Es ist gut, aber nicht das, was ich wirklich will."

Mit Marcel Hirscher (11.) und Patrick Bechter (17.) kamen zwei weitere ÖSV-Läufer in die Punkte, Mario Matt hingegen verpasste als 39. einmal mehr die Qualifikation klar. Wolfgang Hörl, zur Halbzeit noch toller Zehnter, schied im Finale aus.

Hirscher: Gute Karten für Olympia
Damit hat Hirscher nach wie vor die besseren Karten im Kampf um das vierte Slalom-Olympia-Ticket. Den Salzburger tröstet das vor dem Showdown kommendes Wochenende in Kranjska Gora aber kaum. "Es war erstmals in dieser Saison total eisig. Es ist bitter, wenn man nicht zeigen kann, was man kann", ärgerte sich Hirscher. "Es ist für mich das wichtigste Rennen neben Olympia, ich bin enttäuscht."

Endergebnis des Nachtslaloms von Schladming

Platz

1.

Name

Reinfried Herbst

Land

AUT

Zeit

1:45,91

2.

Silvan Zurbriggen

SUI

1:46,47

3.

Manfred Pranger

AUT

1:46,73

4.

Benjamin Raich

AUT

1:46,82

5.

Julien Cousineau

CAN

1:47,67

6.

Manfred Mölgg

ITA

1:47,88

7.

Julien Lizeroux

FRA

1:47,94

8.

Naoki Yuasa

JPN

1:48,19

9.

Akira Sasaki

JPN

1:48,59

10.

Ivica Kostelic

CRO

1:48,68

11.

Marcel Hirscher

AUT

1:48,75

12.

Michael Janyk

CAN

1:48,83

13.

Axel Bäck

SWE

1:48,88

14.

Marc Berthod

SUI

1:49,05

15.

Giuliano Razzoli

ITA

1:49,06


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