So, 19. November 2017

Trotzdem Flugverbot

15.01.2010 12:45

Gutachter bestätigt: Knaus-Helis sicher für Rettungsflüge

Das Gutachten eines Gerichtssachverständigen könnte nun Bewegung in den seit Wochen schwelenden Konflikt um die Notarzthubschrauber von Roy Knaus bringen. Der Gutachter kommt darin zu dem Schluss, dass die Knaus-Helis entgegen der Ansicht der Austro Control doch für Rettungsflüge tauglich seien. Die Luftfahrtsagentur winkt jedoch ab: Das Gutachten sei eines von vielen. Die Hubschrauber müssen weiter am Boden bleiben.

Im Juli 2008 war beschlossen worden, welche technischen Anforderungen Hubschrauber ab 1. Jänner 2010 für Rettungsflüge erfüllen müssen. Laut Luftfahrtsagentur Austro Control würden die Fluggeräte von Heli Austria diese nicht erfüllen. Andere Unternehmen hätten hingegen seither ihre Flotte auf- oder umgerüstet.

Knaus wiederum argumentiert, dass die neuen Bestimmungen auf die ÖAMTC-Flotte zugeschnitten wären und eine Marktbereinigung bewirken sollten. Zudem tauchte in der Diskussion die Behauptung auf, dass die heimischen Richtlinien strenger seien als die vermutlich 2012 in Kraft tretenden EU-Normen, weshalb Knaus dann ohnehin wieder fliegen dürfe. Heli Austria meldete jedenfalls 71 Mitarbeiter zur Kündigung an.

Hubschrauber erfüllen alle Sicherheitskriterien
Am Montag dieser Woche hatte Landeshauptfrau Gabi Burgstaller ein Gespräch zwischen den beiden Seiten veranlasst. Ergebnis gab es keines. Am Freitag präsentierte sie nun ein Gutachten des Experten Helmut Leitner, der gerichtlich beeideter Sachverständiger für Luftfahrt ist. Er kommt darin zu dem Schluss, dass die Hubschrauber AS355 der Heli Austria "alle Sicherheitskriterien erfüllen, um im Ambulanz- und Rettungsflugbetrieb eingesetzt zu werden". Leitner habe das Gutachten nach einem Gespräch mit einem Vertreter des Verkehrsministeriums von sich aus erstellt, also weder im Auftrag Knaus' noch des Landes, teilte das Büro Burgstaller mit.

Austro Control soll Klarheit schaffen
"Damit richtet sich ganz klar die Aufforderung an die Austro Control, dieses Gutachten eingehend in die Prüfung einzubeziehen und möglichst rasch Klarheit sowohl für das Unternehmen von Roy Knaus als auch für die Situation der Flugrettung im Bundesland Salzburg zu schaffen", erklärte dazu Landeshauptfrau Gabi Burgstaller.

"Gutachten spricht klare Sprache"
Beim Gesprächstermin am Montag hatten Austro Control und Heli Austria nämlich vereinbart, einen unabhängigen Gutachter in den Prüfungsprozess einzubeziehen. Die Prüfung sollte bis Freitag abgeschlossen werden, so die weitere Vereinbarung. "Das Gutachten spricht eine klare Sprache. Einer raschen und nachvollziehbaren Entscheidung der Austro Control sollte damit nichts mehr im Wege stehen", so Burgstaller.

Austro Control winkt ab
Für die Austro Control hat aber auch das am Freitag bekannt gewordene Gutachten scheinbar nichts geändert: Die am vergangenen Montag bei der Aussprache vorgebrachten Argumente und alle anderen bis jetzt verfügbaren Informationen hätten "keinen neuen Erkenntnisstand" gebracht, der eine Bewilligung der Hubschrauber ermöglichen würde.

"Sache erledigt und beendet"
Die Auseinandersetzung um die Genehmigung der Knaus-Helis sei für die Austro Control abgeschlossen: "Aus unserer Sicht ist die Sache nun endgültig erledigt und beendet", erklärte Unternehmenssprecher Peter Schmidt am Freitagnachmittag. Auch das aktuell präsentierte Gutachten des Gerichtssachverständigen habe keine neuen Argumente mehr gebracht. "Es ist nur ein Gutachten von vielen", so Schmidt.

Der einzige Helikopter von Roy Knaus, der den Zulassungskriterien entspreche, sei jener, der ohnedies im Einsatz sei. Die Austro Control betonte dann, dass sie die Verordnung vom Juli 2008 mit dem Ziel umzusetzen habe, das Sicherheitsniveau im Ambulanz- und Rettungsflugbetrieb in Österreich weiter anzuheben.

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