Mo, 21. Mai 2018

Nach Angriff auf Golan

10.05.2018 11:42

Israels Armee attackiert iranische Ziele in Syrien

Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran ist in der Nacht auf Donnerstag gefährlich eskaliert. Iranische Streitkräfte griffen erstmals von Syrien aus israelische Militärposten an. 20 Raketen wurden auf die Golanhöhen abgefeuert. Es wurden zwar keine Ziele getroffen, doch Israels Luftwaffe antwortete mit Attacken auf Dutzende iranische Militärziele in Syrien. Diese Angriffe gehörten laut einem Sprecher des Militärs zu den „größten, die Israels Armee gegen iranische Ziele unternommen hat“ - man habe dem iranischen Militär schweren Schaden zugefügt. Aktivisten berichteten Donnerstagmittag, es hätte dabei mindestens 23 Todesopfer gegeben.

Es seien Einrichtungen des Geheimdienstes und der Logistik sowie Militärposten, Lagerräume und Spähposten getroffen worden, teilte der Sprecher am Donnerstag mit. Man habe auch das Gefährt zerstört, von dem aus die Raketen auf die Golanhöhen abgefeuert wurden. Es habe sich in 30 bis 40 Kilometern Entfernung von Damaskus befunden. An dem Einsatz sind laut russischer Armee 28 israelische Kampfflugzeuge beteiligt gewesen, die 70 Raketen abgeschossen hätten.

Israel „auf verschiedene Szenarien vorbereitet“
Die syrische Luftabwehr habe zuvor israelische Flugzeuge beschossen, aber nicht getroffen. „Wir haben die Syrer gewarnt, sich nicht einzumischen, aber sie haben es trotzdem getan.“ Israel sei „auf verschiedene Szenarien vorbereitet“, sagte der Sprecher. „Wir sind nicht an einer Eskalation interessiert, aber weitere Versuche, Israel zu attackieren, würden eine schwerwiegende Reaktion zur Folge haben.“ Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte, man habe „nahezu die gesamte iranische Infrastruktur“ beschossen. Er hoffe, dass die „Episode“ nun vorbei sei und „jeder verstanden hat“.

Israel hatte die Golanhöhen 1967 erobert und später annektiert. Mit Hinweis auf Warnungen vor einem iranischen Angriff von Syrien aus hat Israels Armee schon am Dienstag Reservisten mobilisiert. Die Armee wies zudem Ortschaften auf den Golanhöhen an, die Luftschutzbunker zu öffnen. 

USA: „Beweis, dass Irans Regime nicht zu trauen ist“
Die nunmehrigen Attacken erfolgten nur einen Tag nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran. Nach dem syrischen Raketenangriff auf die israelischen Armeeposten am Golan sehen sich die USA in ihrem Vorgehen gegenüber dem Iran bestätigt. Präsidialamtssprecherin Sarah Sanders wertete den Beschuss am Donnerstag als „zusätzlichen Beweis, dass dem iranischen Regime nicht zu trauen ist“. Dies zeige, dass Präsident Donald Trump mit seinem Rückzug aus dem Atompakt die richtige Entscheidung getroffen habe.

Video: Trump verkündet Ausstieg aus Atomabkommen

Die israelische Armee teilte mit, man habe vor dem Angriff auf die iranischen Ziele Syriens Verbündeten Russland informiert. Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hatte am Mittwoch den russischen Präsidenten Wladimir Putin besucht, der angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen Israel und dem Iran zu einer Lösung des Konflikts aufrief.

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