Mo, 18. Dezember 2017

G'riss um Gewässer

03.10.2009 12:53

Der geheimnisvolle Toplitzsee wird nun "versteigert"

Die fieberhafte Schatzsucherei im obersteirischen Toplitzsee wird schon bald der Vergangenheit angehören. Denn der Eigentümer des geheimnisumwitterten Gewässers, die Österreichischen Bundesforste, arbeiten an einem gewieften Zukunftsplan: Ein spektakuläres Finale soll weltweit für Aufsehen sorgen! Schatzsucher werden sich das Recht erkaufen können, noch ein letztes Mal in die grünen Tiefen des Sees abzutauchen und ihr Glück zu versuchen.

Die Wirtschaftskrise hatte verhindert, dass der See schon in diesem Jahr (wieder einmal) für weltweites Medien-Echo sorgen konnte. Ein US-Team um den legendären Schatzsucher Norman Scott hatte zwar alle Genehmigungen für ein groß angelegtes Toplitzsee-Projekt, musste aus Geldmangel aber absagen.

"Bestbieter kommt zum Zug"
Scott wird zweifellos unter jenen sein, die sich jetzt um die vorläufig letzte Chance anstellen werden, dem See seine Geheimnisse zu entlocken. Denn dieser soll "versteigert" werden. Das bedeutet natürlich nicht, dass ihn die Bundesforste verkaufen wollen. Man will in Zukunft aber die Tür zu den Unterwasser-Rätseln schließen - und damit den letzten Tauchgang zum kostbarsten machen. "Der Bestbieter", sagt der Sprecher der Bundesforste, Bernhard Schragl, "wird zum Zug kommen."

Etwa 300.000 Euro für eine Schatzsuche
Einer der Gründe liege darin, "dass Hobbytaucher immer wieder die Laichplätze der Fische stören." Ein zweiter: "Das Geld, wir rechnen mit etwa 300.000 Euro für die Genehmigung, fließt zur Gänze in seebiologische Maßnahmen. Durch den Klimawandel verändern sich unsere Gewässer, und wir wollen rasch was dagegen tun", sagt Schragl. Für die "Sieger" gibt es strenge Regeln. "Sie müssen eine dreidimensionale, öffentlich zugängliche Kartografierung des Sees abliefern, die gesamte technische Ausrüstung für einen Tag der Wissenschaft überlassen und alle ökologischen Auflagen erfüllen."

Trotzdem, meint Bernhard Schragl, sei das Interesse an der allerletzten Schatzsuche bereits enorm (siehe Interview in der Infobox). Sie soll im kommenden Jahr stattfinden.

Spekulationen über Nazigold
Der Toplitzsee liegt im steirischen Salzkammergut bei Bad Aussee im Bezirk Liezen. Unter anderem wird vermutet, dass dort Goldreserven des Dritten Reichs versenkt wurden. Trübes Wasser und Treibholz machen Tauchgänge im See besonders gefährlich. Schon 1963 war ein Schatzsucher im See ertrunken.

von Werner Kopacka ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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