Fr, 20. April 2018

7 Jahre Haft drohen

09.02.2018 20:35

Das sagt die Aktivistin nach dem Opernball-Eklat

Ihr "Busen-Blitzer" vor der Oper war der Aufreger der Ballnacht in Wien. Wie berichtet, spazierte die Femen-Aktivistin Alisa V. am Donnerstag mit nacktem Oberkörper und brüllend auf dem roten Teppich herum und wurde von der Polizei abgeführt (siehe Video oben). "Krone"-Reporter Florian Hitz traf die Ukrainerin am Freitag zum Interview.

"Krone": Warum der Nackt-Protest vor der Staatsoper?
Alisa V.: Ich kämpfe gegen Korruption. Der Milliardär Petro Poroschenko (der ukrainische Staatspräsident, Anm.) kam direkt von den Malediven von einem 500.000-Dollar-Urlaub zum Opernball. Er ist der reichste Präsident aus dem ärmsten Land Europas und lässt nicht einmal Pensionen fristgerecht auszahlen.

Was passierte danach?
Die Polizei knöpfte mir 100 Euro als Sicherstellung ab. Dann brachten sie mich zur Oper, wo ein Manager mir ein Hausverbot erteilte und widerrechtlich meine Eintrittskarten, die ich um 600 Euro gekauft hatte, zerriss. Nachdem ich kein Geld mehr hatte, fuhren mich die Beamten aber netterweise zum Hotel.

Warum sind Sie als ausgebildete Psychologin und PR-Frau in Kiew Femen-Aktivistin geworden?
Ich bin seit einem Jahr dabei und weise auf Missstände und Vetternwirtschaft in der Ukraine hin. Wir protestieren gegen Patriarchat, Religion, politische Diktatur und sexuelle Ausbeutung.

Was sagt Ihre Familie zu Ihren gewagten Auftritten?
Mein Freund unterstützt mich, meine Eltern sorgen sich. Mir drohen nach zwei Protesten in der Ukraine sieben Jahre Haft.

Kronen Zeitung

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