Do, 22. Februar 2018

Kickl legt Zahlen vor:

09.02.2018 06:00

Raser kassierten im Vorjahr 5,2 Mio. Strafzettel

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) legt in der "Krone" die neue Verkehrsüberwachungsbilanz vor: Es gibt mehr Alkolenker und Verstöße auf Österreichs Straßen. "Wir wollen durch punktgenaue Maßnahmen rücksichtslose und verantwortungslose Lenker zum Schutz anderer aus dem Verkehr ziehen und so die Straßen sicherer machen", kündigt Kickl gegenüber der "Krone" an.

Schnell gefahren wird auf unseren Straßen gerne und oft, das ist kein Geheimnis. Doch die brandneuen Zahlen aus dem Innenministerium sind kein Grund zur Entspannung – im Gegenteil: Insgesamt 5,205.417 Geschwindigkeitsüberschreitungen hat die Bundespolizei 2017 festgestellt und danach Anzeige erstattet oder vor Ort Strafzettel eingehoben.

Rund vier Millionen fielen auf Radarmessungen, rund 700.000 davon mit Lasertechnik, weitere 500.000 Fahrzeuglenker wurden von Zivilstreifen oder Section-Control-Anlagen gemessen. Im Vergleich zu 2016 (5,179.485) ist das eine leichte Steigerung von einem halben Prozent und gleichzeitig der höchste Wert seit Jahren.

Anzeigen gegen Drogenlenker um 47 Prozent gestiegen
Bedenklich sind die Berechnungen des Innenministeriums auch bei den Alkohol- und Drogenkontrollen: Insgesamt 1,720.903 Alkoholkontrollen wurden von der Bundespolizei durchgeführt - eine Zunahme von 2,8 Prozent gegenüber 2016. Die damit einhergehende Anzahl der Anzeigen wegen Alkohols am Steuer stieg von 27.896 im Jahr 2016 auf 28.109 im Jahr 2017 um 0,8 Prozent. Exakt 2192 Fahrzeuglenker wurden wegen Fahrens unter Drogeneinfluss angezeigt, eine eklatante Steigerung von 47 Prozent (2016: 1491) – die "Krone" berichtete. Der Anstieg dieser Anzeigen ist unter anderem der verbesserten Technik und Ausbildung der Polizei zu verdanken.

Wenig Disziplin beim Angurten, Telefonieren und bei Kindersicherungen
Wenig diszipliniert sind die Autofahrer auch was Angurten, Telefonieren und die Kindersicherung angeht. 102.039 Übertretungen gab es gegen die Gurtpflicht (plus 3,7 Prozent), 113.770 Lenker telefonierten ohne Freisprechanlage am Steuer (plus 7,7 Prozent) und 5918 Anzeigen (plus 12,9 Prozent) gab es wegen mangelnder Kindersicherung, was auch einen Eintrag im Vormerksystem zur Folge hat. Kickl will nun gemeinsam mit der Polizei noch mehr auf scharfe Kontrollen, mehr Präsenz, aber auch auf Bewusstseinsbildung setzen: "Ziel von Kontrollen ist es, die sichtbare Präsenz der Exekutive an unfallträchtigen oder gefährlichen Stellen zu verstärken", kündigt Kickl an.

Daten und Fakten: Weniger Tote und rollende Bomben
Eine deutliche Verbesserung in der nüchternen Statistik ist bei den Todesfällen zu verzeichnen, auch wenn jeder Tote einer zu viel ist: Vergangenes Jahr verunglückten auf Österreichs Straßen 413 Menschen tödlich, das ist die bisher niedrigste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Innenministerium im Jahr 1950.

Stabil, aber gleichsam besorgniserregend sind die Zahlen auf dem Gefahrgutsektor: 2017 wurden 11.065 Gefahrguttransporte (Beförderungseinheiten) einer intensiven Kontrolle unterzogen, 2016 waren es 11.951. Bei 3225 Beförderungseinheiten wurden 13.337 Verstöße gegen die Gefahrgutvorschriften festgestellt und davon 12.294 Übertretungen nach dem Gefahrgutbeförderungsgesetz angezeigt bzw. mit Strafzettel geahndet. Insgesamt untersagte die Bundespolizei 724 Beförderungseinheiten die Weiterfahrt wegen Gefahr im Verzug, 2016 waren es beinahe ident 725. In 85.954 Fällen gab es bei Abstandskontrollen Verstöße.

Michael Pichler, Kronen Zeitung

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