Fr, 20. April 2018

„Falsches Signal“

24.01.2018 16:46

Kindersender zeigt Buben wie man BHs öffnet

Der Wirbel rund um den öffentlich-rechtlichen Kindersender KiKa hält weiter an. Nach der Videodokumentation einer Liebesgeschichte zwischen einem Flüchtling und einer Minderjährigen, sorgt jetzt ein weiteres Video für Furore: Bei dem Beitrag mit dem Titel „BH öffnen“ werden drei Jungs aufgefordert, ebendiesen an einer Schaufensterpuppe namens Tiffany zu öffnen.

"Man nehme drei Jungs und eine Schaufensterpuppe. Die Aufgabe: Öffnet den BH von Tiffany. Größte Herausforderung: der Verschluss. Geht nicht, gibt’s nicht!", so beschreibt der deutsche öffentlich-rechtliche Kinderkanal den Online-Beitrag, der genau das zeigen soll: Wie die Burschen in der Zielgruppe der 3- bis 13-jährigen Kinder einen Büstenhalter öffnet.

"Falsches Signal an Kinder"
Inge Bell, Vorstand der deutschen Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes", hat sich für die Berliner Zeitung den 1,31 Minuten langen Beitrag angesehen und zeigt sich erschüttert: "Das ist ein völlig falsches Signal an die KiKa-Zielgruppe der 3- bis 13-jährigen Kinder. Es ermutigt die Buben schon im Kindesalter, Mädchen buchstäblich an die Wäsche zu gehen. Und es signalisiert Mädchen schon im Kindesalter, dass Buben ihnen an die Wäsche gehen dürfen."

Wahl der Darsteller rassistisch
Laut Bell ist auch die Wahl der Darsteller potentiell rassistisch, da nur Buben mit vermeintlichen Migrationshintergrund ausgewählt wurden. Das habe eine Signalwirkung und würde besagen, dass "Migranten-Jungs besonderen Nachhilfeunterricht beim BH-Öffnen" brauchen. In Zeiten von "MeToo" sei dies ein "No-Go". 

Auf Anfrage erklärte KiKa, dass in dem Format "Themen aus der Lebenswelt der sogenannten Preteens behandelt" würden. Um die "minderjährigen Protagonisten zu schützen", habe man den Video-Beitrag vorläufig von der Webseite entfernt.

 krone.at
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