Sa, 24. Februar 2018

Trotz Kostenexplosion

29.12.2017 06:29

Wien: KAV lobt sich selbst fürs Spital Nord

„Ja, es gibt Verzögerungen. Und ja, das Krankenhaus Nord wird teurer“, gab Wiens Gesundheitsstadträtin (SPÖ) Sandra Frauenberger vor Weihnachten etwas zu, das sowieso schon alle über das Spital wussten. Das ändert nichts daran, dass sich der Krankenanstaltenverbund (KAV) für die Baustelle selbst lobt.

Bis zu 1,4 Milliarden Euro Kosten, 8000 Baumängel, ein desaströser Rechnungshofbericht, Verlegung der Eröffnung auf das 3. Quartal 2019 (geplant 2016) – das Krankenhaus Nord ist die größte Baustelle der Stadt. Der KAV findet aber dennoch lobende Worte für das Pleiten-Pech-und-Pannen-Spital – und ignoriert dabei absichtlich die bekannten Probleme.

"Rege Bautätigkeit"
Als wäre die Aussendung des Spitalverbundes vom Donnerstag aus einem Paralleluniversum in unsere Dimension gerutscht, ist da tatsächlich zu lesen: „Auch im Jahr 2017 gab es rege Bautätigkeit im Krankenhaus Nord: Der Innenausbau konnte bis Ende 2017 weitgehend fertiggestellt werden.“ Und, kein Scherz übrigens: „Im Juli erhielt das Krankenhaus Nord den Design & Health International Academy Award 2017 in der Kategorie ,Nachhaltige städtische und bauliche Umgebung‘“.

Zwar können zum Floridsdorfer Spital noch keine Patienten pilgern, dafür aber Botaniker. Denn, so schreibt der Krankenanstaltenverbund: „Rund um das neue Spital sind viele attraktive Innenhöfe, Therapiegärten und auf den Dächern insgesamt 22.000 Quadratmeter Dachgärten entstanden.“

Michael Pommer, Kronen Zeitung

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