Fr, 20. Oktober 2017

Kriechend zum Titel

19.07.2009 12:41

„Terry kürt sich zum Schnecken-Weltmeister

Fünf Sekunden braucht "Terry", um einen Zentimeter voranzukommen. Für eine Schnecke gar nicht schlecht. Und im ostenglischen Congham gab es dafür sogar einen Silberpokal mit Salatblättern. Denn "Terry" ist der Sieger der Weltmeisterschaft im Schneckenrennen. Im spannenden Finale des traditionsreichen aber nicht ganz so ernst gemeinten Wettbewerbs ließ "Terry" elf weitere Schnecken hinter sich.

Nach zwei Minuten und 49 Sekunden hatte "Terry" sich und sein Schneckenhaus ins Ziel befördert. In dieser Zeit hatte er satte 33 Zentimeter hinter sich gebracht, immerhin etwas mehr als die Länge eines DIN-A4-Blatts.

"Terry" und die anderen Schnecken hatten sich jeweils in Vorläufen für das Finale qualifiziert. Zu Beginn jeder Runde kam von Organisator Neil Riseborough das Startzeichen: "Ready, Steady, Slow!" ("Achtung, fertig, langsam"). Und langsam ging es dann naturgemäß auch zur Sache, da halfen alle Anfeuerungsrufe von Zuschauern und Schneckenbesitzern nichts. Und nicht immer waren die Schnecken richtig zielstrebig, krochen mitunter in die falsche Richtung oder stießen zusammen. "Schäm Dich, Schnecke", rief Riseborough, wenn mal wieder eine Schnecke der anderen den Kriechweg abgeschnitten hatte.

Bestzeit von "Archie" bleibt bestehen
"Schneckenmeister" Riseborough (50), der im echten Leben Landwirt ist, organisierte die inoffizielle Weltmeisterschaft bereits zum 15. Mal. Die ersten Rennen gab es sogar schon in den 60er Jahren. Aus dem Jahr 1995 stammt die bisherige Bestzeit - aufgestellt von einer Schnecke namens "Archie", die zwei Minuten ins Ziel brauchte. In diesem Jahr gingen 187 Schnecken an den Start. Und auch wenn das Teilnehmerfeld nicht wirklich international ist und die meisten Schnecken wie auch ihre Besitzer aus der näheren Umgebung der Grafschaft Norfolk kommen, lässt Riseborough keine Zweifel am Stellenwert des Wettbewerbs zu. "Alle anderen Wettbewerbe sind Imitationen. Wer hier das Finale nicht gewinnt, ist auch kein Weltmeister."

Kirstie Smith ist passionierte Schnecken-Besitzerin. "Ich habe zu Hause eine Schneckenfarm", erzählt die 22-Jährige. Seit acht Jahren trainiert sie ihre Tiere, lässt sie auf Fensterscheiben hin und herkriechen, wobei am Ende jeweils ein Salatblatt auf die Tiere wartet. Um die Kriecher auseinanderhalten zu können, hat sie ihre Schneckenhäuser markiert. Ihre Schnecke "Charlie" belegte 2008 den zweiten Platz und schaffte es auch dieses Jahr in den "Endlauf", hatte aber gegen "Terry" letztlich keine Chance.

Siegerpokal mit Salatblättern
Und so strahlte zum Schluss schließlich Claire Hopkins über "Terrys" Erfolg und durfte den Siegerpokal, aus dem die Schnecke die Salatblätter fraß, mit nach Hause nehmen. "Anfängerglück" werden manche aus dem Teilnehmerfeld gedacht haben, denn die 27-jährige Krankenschwester aus dem nahe gelegenen West Raynham Park ist eigentlich gar keine Expertin für Schneckenrennen. Sie hatte mit einem Einsatz von 20 Pence die Patenschaft für eine Schnecke aus der Zucht des Veranstalters Riseborough übernommen, sie aus einem großen Eimer herausgepickt und auf den Namen "Terry" getauft. "Es war einfach die größte Schnecke", erklärte sie ihre Wahl.

Symbolbild

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