Fr, 17. November 2017

Nach Doppelmord

03.06.2009 10:31

„Keiner fühlt sich jetzt noch sicher“

Trauer, Fassungslosigkeit und Angst - der schreckliche Doppelmord in einem Heurigenlokal in Pachfurth (Bezirk Bruck an der Leitha) hinterlässt in der gesamten Region seine Spuren. Bewohner fühlen sich in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Währenddessen laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Die Untersuchungen am Tatort wurden am Mittwochabend abgeschlossen.

Vor allem die Laborarbeit der Spurenexperten ist nun extrem wichtig, denn die Fahnder hoffen, dass einer der im Heurigenlokal sichergestellten genetischen Fingerabdrücke zu einem im Polizei-Computer gespeicherten Namen passt.Ihre durchaus begründete Hoffnung: "Wer wegen verhältnismäßig wenig Geld derart brutal vorgeht und am Tatort noch eiskalt Patronenhülsen einsammelt, könnte schon vorher Straftaten begangen haben."

Außerdem soll in den nächsten Tagen die Tochter des getöteten Ehepaars, die selbst von einem Projektil im Rücken getroffen und schwer verletzt worden war, erneut befragt werden. Bereits am Mittwoch hatten Kriminalisten die 21-Jährige kurz vernommen, wollten sie aber wegen ihres Gesundheitszustandes "nicht überstrapazieren". Deshalb gebe es vorerst auch kein Phantombild des Mörders, so ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Ort im Schockzustand
Indessen befindet sich die grenznahe Ortschaft Pachfurth zwei Tage nach dem Doppelmord weiter im Schockzustand. Ein Bekannter und ehemaliger Arbeitskollege des ermordeten Lokalbesitzers: "Ich hab es noch immer nicht realisiert. Vor drei Wochen feierten wir noch seinen 50er. Und jetzt..." 

Am Feuerwehrhaus weht als Ehrenerweis für den getöteten Kameraden die schwarze Fahne, das für nächste Woche angesetzte Fest wurde abgesagt.

Bilder vom Tatort findest du in der Infobox!

Das Wirtsehepaar war am Montagabend nach Sperrstunde kaltblütig erschossen worden. Ihre 21-jährige Tochter wurde von einem Projektil in den Rücken getroffen und überlebte schwer verletzt. Die Polizei vermutet derzeit einen Raubmord, da die Tageslosung vom Pfingstmontag fehlt. Der Mörder von Pachfurth befindet sich indes weiter auf der Flucht.

"Keiner fühlt sich noch sicher"
Doch nicht nur Trauer, sondern auch Angst ist unter den Bewohnern deutlich zu spüren. Sie fühlen sich der Kriminalität ausgeliefert: "Jeder von uns könnte der Nächste sein. Mit der Sicherheit in den eigenen vier Wänden ist es vorbei", diskutieren Anrainer auf der Straße. "Keiner fühlt sich mehr sicher. Man hat immer geglaubt, dass so etwas nur woanders, weit weg passieren kann“, bringt eine Nachbarin die Stimmung im Ort auf den Punkt.

Auch um die Tochter sorgen sich die Bewohner: "Für sie muss das alles schrecklich sein. Beide Elternteile auf einen Schlag verloren. Außerdem hat sie der Mörder ja gesehen. Was, wenn er sie verfolgt, weil er jetzt ja weiß, dass sie überlebt hat!"

von K. Loibnegger und Ch. Budin (Kronen Zeitung) und noe.krone.at

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