Mo, 23. April 2018

Christen-Slogan

05.05.2009 20:38

Kirchen laufen Sturm gegen FPÖ-Plakat

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich übt scharfe Kritik an der Wahlkampagne der FPÖ zur EU-Wahl. Stein des Anstoßes ist ein Plakat mit dem Titel "Abendland in Christenhand. Tag der Abrechnung". Der Rat verwahre sich "entschieden gegen jede Vereinnahmung des christlichen Glaubens auf Wahlplakaten", so Alt-Superintendent Helmut Nausner am Dienstag. Die FPÖ spricht von einer "gewohnheitsmäßigen Fleißaufgabe" des Kirchenrates.

Jedes Land sei in Gottes Hand, Christen würden nicht abrechnen, "sondern stiften Frieden", so Nausner weiter. Die Plakate zieren seit knapp zwei Wochen die Landschaft.

Im ÖRKÖ zusammengeschlossen sind die römisch-katholische, die evangelisch-lutherische und reformierte, die altkatholische, die griechisch-, russisch-, rumänisch-, bulgarisch- und serbisch-orthodoxe, die anglikanische, die methodistische, die armenisch-apostolische, die syrisch-orthodoxe und die koptische Kirche.

"Missbrauch von Religion
Im Radio Ö1 erklärte der Vorsitzende des Rates, der evangelisch-lutherische Theologe Herwig Sturm: "Ich sehe in diesem Plakat den Missbrauch von Religion und die Antibotschaft zum Christentum. Die Gefühle, die hier geweckt werden sollen, haben mit dem Christentum nichts zu tun."

Die FPÖ hat die Kritik an ihren EU-Wahlplakaten zurückgewiesen. Generalsekretär Herbert Kickl sprach von einer "gewohnheitsmäßigen Fleißaufgabe des Kirchenrates". Die FPÖ werde sich "im Interesse der Bevölkerung auch vom Kirchenrat nicht den Mund verbieten lassen".

"Offenkundige Gefahr"
Kickl meinte, "bestimmte Kirchenfunktionäre" hätten es sich - "anstatt selber etwas selbstbewusster und offensiver in der Verteidigung des eigenen Glaubens" vorzugehen - offenbar zur Aufgabe gemacht, "die Botschaft einer generellen Gleichgültigkeit als einzigen Inhalt zu verkündigen". Ziel der FPÖ sei es jedenfalls nicht, die "offenkundige Gefahr einer schleichenden Islamisierung" unter den Teppich zu kehren und einen Weg der Verharmlosung einzuschlagen. Wenn der Kirchenrat die Augen verschließen wolle, sei das seine Angelegenheit, so Kickl.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Zweite deutsche Liga
Nürnberg nach 3:1-Sieg in Kiel nahe am Aufstieg
Fußball International
Neuer Chef für Lindner
Ex-Austria-Trainer Fink neuer Grasshoppers-Coach
Fußball International
30. Erste-Liga-Runde
Ried „wurschtelt“ sich beim FAC zu 4:2-Sieg
Fußball National
Insgesamt 60.000 Euro
Geldstrafen für Austria & Rapid nach Derby-Skandal
Fußball National
In Griechenland
Dank PAOKs „Revolver-Boss“ ist AEK jetzt Meister!
Fußball International
Die „Ausleihe-Bullen“
Würde selbst RB Salzburg II die Bundesliga rocken?
Fußball National

Für den Newsletter anmelden