Mi, 23. Mai 2018

Messerstich ins Herz

10.02.2009 11:11

Attacke auf Handball-Profis: Verdächtige gefasst

Drei Ungarn sind am Sonntag auf der Südautobahn (A2) in der Oststeiermark nach einer internationalen Fahndung wegen Mordes und schwerer Körperverletzung verhaftet worden. Die zwei Männer und eine Frau waren auf der Flucht nach Italien. Sie stehen unter dem Verdacht, in der Nacht auf Sonntag den rumänischen Handball-Profi Marian Cozma getötet, einen serbischen Spieler lebensgefährlich und einen dritten Handballer schwer verletzt zu haben.

Wie die Sicherheitsdirektion Steiermark Montagmittag mitteilte, ging das internationale Fahndungsersuchen am Sonntagabend bei den österreichischen Behörden ein. Rund eine halbe Stunde später, gegen 21 Uhr, entdeckte eine Polizeistreife im Gemeindegebiet von Bad Blumau das gesuchte Fahrzeug auf der A2 und hielt die Lenkerin an. Es handelte sich um die Freundin des 28-jährigen Hauptverdächtigen, der auf dem Beifahrersitz saß. Ebenfalls mit im Auto war ein dritter ungarischer Staatsbürger (31).

Rumänischer Teamspieler durch Messerstich getötet
Die Tat war am Sonntag in den frühen Morgenstunden in einem Lokal im ungarischen Veszprem passiert, in der die örtliche Handballmannschaft eine Feier hatte. Eine rund 30-köpfige Gruppe von Gewalttätern drang in das Tanzlokal ein. Es kam zum Tumult, dabei wurde der 26-jährige rumänische Legionär Marian Cozma, der beim Club MKS Veszprem unter Vertrag stand, durch einen Messerstich ins Herz getötet.

Bilder vom Tatort findest du in der Infobox!

Bei den beiden anderen Verletzten handelt es sich um zwei Mannschaftkollegen, den Serben Zarko Sesum und den Kroaten Ivan Pesic. Dem zu Hilfe eilenden Pesic wurde von hinten in den Rücken gestochen. Dabei wurde eine Niere so schwer verletzt, dass sie entfernt werden musste. Der 23-jährige Sesum, 2006 bester Spieler der Junioren-WM in Innsbruck, erlitt schwere Schädelverletzungen.

Cozma wollte Barfrau zu Hilfe eilen
Nach Angaben ungarischer Medien hatten die Veszprem-Spieler die Geburt des Kindes eines Mitspielers gefeiert, als es zu dem Überfall kam. Cozma, zuletzt mit der rumänischen Nationalmannschaft bei der WM in Kroatien im Einsatz, soll der Barfrau zu Hilfe geeilt sein, die von der besagten Gruppe tätlich angegriffen wurde. Die Gruppe hatte ihre Rechnung nicht bezahlen wollte. Cozma wurde auf die Straße gedrängt und dort tödlich ins Herz gestochen.

Das verdächtige Trio wurde nach der Festnahme auf die Dienststelle der Autobahnpolizei Hartberg gebracht. Dort wurden sie einvernommen und anschließend in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich bei den beiden Männern um vorbestrafte Gewalttäter.

Der 2,11 Meter große Kreisspieler Cozma, der seit 2006 für Veszprem agierte, hatte am Samstag noch mit vier Toren zum 42:23-Liga-Sieg von MKB gegen Balatonfüred beigetragen. MKB hat 2008 den Europacup der Cupsieger gewonnen. "Wir empfinden tiefen Schmerz. Es ist fraglich, ob die anstehenden Meisterschaftsspiele wegen der Tragödie stattfinden werden", sagte MKB-Cheftrainer Lajos Mocsai.

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