Sa, 16. Dezember 2017

Kundenzahl wächst

25.07.2008 17:26

Anstellen für Brot

Die meisten Menschen wissen kaum noch, was sie einander zum Geburtstag schenken sollten, weil jeder alles im Überfluss hat. Indessen stellen sich andere auf der Straße an, um im Sozialmarkt („SoMa“) leistbares Brot zu bekommen. Und das mitten in Kärnten.

Schon bevor der "SoMa" in Klagenfurt aufsperrt, warten Kunden vorm Geschäft. Denn gegen zehn Uhr gibt es oft kein Brot mehr. Im "SoMa" kostet ein Kilo Schwarzbrot 85 Cent. Einkaufen dürfen dort ausschließlich Einkommensschwache; maximal 750 Euro netto darf eine Einzelperson monatlich haben, nicht mehr als 30 Euro darf der wöchentliche Einkauf ausmachen. Denn für die anderen muss auch noch etwas im Regal bleiben.

Und die Kundenzahl wächst. "Vor acht Jahren hatten wir in Klagenfurt 360 Kunden, jetzt 1900; in ganz Kärnten 3900", so Geschäftsführerin Liselotte Suette. Vor allem Alleinerzieherinnen kaufen in Klagenfurt, Villach, Wolfsberg, St. Veit und Spittal ein. Wie die chronisch kranke Bibiana, ihr Sohn (6) und ihr dreijähriges Kind. "Ein Kinderbuch kostet hier 25 Cent. Pascal ist stolz auf sein neues T-Shirt, das ich hier um 20 Cent gekauft habe - in einem anderen Geschäft wäre das für uns nicht leistbar", so Bibiana.

"SoMa"-Kunden erwarten täglich Überraschungen: Da die Waren meist aus Überproduktion stammen, gibt es kein Sortiment. Doch künftig wird das Angebot breiter: Die 20 in Österreich bestehenden "SoMa" haben sich vereinigt und treten künftig als ein Ansprechpartner den Unternehmen gegenüber. "Wir können nun große Mengen einer Ware, die sonst entsorgt werden würde, nehmen und auf alle Standorte verteilen", freut sich "SoMa" Österreich-Präsident Gerhard Steiner. Auch über Hilfe kleiner Betriebe ist man dankbar. Infos: www.sozialmarkt-kaernten.at

von Christina Kogler/ Kärntner Krone

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