Kaufberatung: So finden Sie das richtige Produkt in unserem Piercing Vergleich 2020

Das Wichtigste in Kürze
  • Bevor Sie ein Piercing kaufen, ist es wichtig, dass Sie wissen, wo dieser Körperschmuck künftig Ihren Körper zieren darf. Sichtbare Stellen am Kopf sind Lippe, Augenbraue, Nase und Ohr. Verborgene Stellen sind der Intim- und Brustbereich.
  • Anstatt nach einem günstigen Piercing Ausschau zu halten, sollten Sie auf das Material größten Wert legen. Chirurgen-Stahl, Titan und Teflon sind gerade für das erste Piercing eine gute Wahl.
  • Diverse Piercing-Tests im Internet zeigen: Die Bandbreite an Formen ist groß. Achten Sie bei der Wahl Ihres Piercingschmucks auf Material und Größe sowie auf die Eignung für die Körperstelle, die Sie sich piercen lassen möchten.

Piercing Test

In den 90er-Jahren sorgten Tattoos und Piercings noch für Aufsehen. Heute ist dieser Körperkult normal geworden. Piercings haben sich zur hübschen Ergänzung zum übrigen Schmuck entwickelt. Sie können die verschiedensten Stellen am Körper schmücken und aus ganz unterschiedlichen Materialien sein. Auch bei den Designs gibt es nicht nur klassische Ringe und Stecker. Bei der Auswahl des passenden Piercings kommt es auf Verarbeitung, Qualität, Größe, Typ und Körperstelle an – und nicht in erster Linie auf das Design, das Sie mit unterschiedlichem Piercingschmuck variieren können.

Am beliebtesten sind laut einer Statista-Umfrage von 2017 noch immer Piercings am Ohr, insbesondere der klassische Ohrhänger im Ohrläppchen hat nichts von seiner Attraktivität eingebüßt.

Welches Piercing es am Ende sein soll, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Die verschiedenen Formen drücken ein bestimmtes Lebensgefühl aus, heben die Persönlichkeit hervor oder betonen die eigene Schönheit. Die Redaktion von Krone.at verrät Ihnen im folgenden Ratgeber, worauf Sie beim Kauf achten müssen. Dann können Sie mit Blick auf unseren Piercing-Vergleich 2020 das beste Piercing auswählen.

1. Welche Arten von Piercings gibt es?

Piercing Ohr

Piercings am Ohr sind nach wie vor am beliebtesten.

Das am häufigsten gestochene Piercing ist das Piercing am Ohr. Früher kam dabei eine Piercingpistole zum Einsatz, die allerdings das Gewebe stark schädigen konnte. Heute erfolgt die Perforation mithilfe einer Hohlnadel und einer Kanüle, um anschließend den Piercing-Schmuck einzuführen.

1.1. Wo lässt sich das Ohr piercen?

Am Ohr kann das Piercing an den unterschiedlichen Stellen sitzen. Frauen und Männer lassen sich das Knorpelgewebe der Ohrmuschel an den unterschiedlichsten Stellen durchstechen.

Bezeichnung Stelle am Ohr
Helix wulstartige, knorpelige Umrandung der Ohrmuschel
Industrial oberer Rand der Ohrmuschel
Tragus kleiner, dicker Knorpel direkt am Eingang zum Gehörkanal
Anti-Tragus am Knorpel gegenüber dem Tragus
Rook an der kleinen Knorpelfalte oberhalb des Tragus
Snug an der inneren Knorpelauswölbung
Daith an der innersten Wölbung der Ohrmuschel

1.2. Wo lässt sich die Augenbraue piercen?

Das Augenbrauen-Piercing ist ebenfalls sehr beliebt und sieht sehr attraktiv aus. Die meisten sind schräg gestochen, vertikal oder horizontal sind diese Piercings ebenfalls denkbar. Es sitzt meist im letzten Drittel der Augenbraue, weit weg von der Nase. Zur Nase hin sind sehr viele Nerven und Blutgefäße, die durch das Augenbrauen-Piercing Schaden nehmen könnten.

1.3. Wo lässt sich die Nase piercen?

Nasen-Piercings gibt es von klein bis sehr groß. Das wohl bekannteste Schmuckstück ist der Nasenstecker.

Bezeichnung Stelle an der Nase
Nostril am Nasenflügel, meist in der kleinen Falte dort
Septum unterhalb des Knorpels der Nasenscheidewand
Bridge auf der Nasenwurzel
Nasallang quer durch beide Nasenflügel und die Nasenscheidewand
Austin Bar horizontal durch die Nasenspitze

1.4. Wo lassen sich die Lippen piercen?

Das zweithäufigste Piercing im Gesicht ist das Piercing auf der Lippe, auch Labret-Piercing genannt. Bei diesem Piercing auf der Lippe gibt es sehr viele Möglichkeiten, die verschiedenen Lippenpiercings miteinander zu kombinieren.

Bezeichnung Stelle an der Nase
Labret mittig unter der Unterlippe
Medusa mittig über der Oberlippe
Ashley direkt in der Unterlippe
Side Labret seitlich unter der Unterlippe
Madonna seitlich über der Oberlippe

1.5. Piercing-Inspiration: Welche Körperstellen lassen sich noch piercen?

Piercing desinfizieren

Um zu verhindern, dass sich das Piercing entzündet, sollten Sie es desinfizieren.

Piercings sind häufig im Gesicht, doch auch an anderen Körperstellen sind Piercings mittlerweile üblich. Vor allem Piercing-Clicker lassen sich variabel einsetzen.

  • Das Zungen-Piercing ist das beliebteste Piercing im Mundbereich und geht meistens in der Mitte vertikal durch die Zunge.
  • Das Brustwarzen-Piercing bei Frauen durchsticht die Brustwarze. Bei Männern liegt es im Warzenhof, hinter der Brustwarze. Die Lage des Brustpiercings kann horizontal, vertikal oder schräg sein.
  • Bauchnabel-Piercings sind klassische Frauen-Piercings. Das Bauchnabel-Piercing liegt sehr oft oberhalb vertikal zur Öffnung des Bauchnabels. Denkbar sind jedoch alle Richtungen um den Nabel herum.

1.6. Gibt es Piercings auch unter der Haut?

Piercing Frau

Im Piercing-Studio wird das Piercing am Ohr fachmännisch gestochen.

Neben unterschiedlichen Körperregionen gibt es mittlerweile auch Piercings, die rein optisch auf den ersten Blick nicht in diese Kategorie fallen würden.

  • Surface- oder Oberflächen-Piercings sind auf der Körperoberfläche platziert. Sie liegen direkt unter der Haut und sind an allen Körperstellen denkbar. Viele dieser Piercings stehen unter Spannung. Der Körper weist sie deshalb eher ab, die Folge: Sie wachsen heraus.
  • Ein Dermal-Anchor ist ein transdermales Implantat, das unter der Hautoberfläche liegt. An einem kleinen Gewindestab, der durch die Haut herausragt, lässt sich Schmuck befestigen. Kleinere Dermal-Anchor heißen Skindiver oder Mikrodermal. Bei diesen Varianten ist der sichtbare Teil nicht abnehmbar.
  • Plugs oder Flesh-Tunnel dehnen ein bereits vorhandenes und vollständig abgeheiltes Loch, in den meisten Fällen ein Ohr- oder Lippenpiercing.

2. Kaufberatung: Welche Materialien werden in Piercing-Tests im Internet empfohlen?

Nickelallergie

Viele Menschen reagieren allergisch auf Nickel. Deswegen werden häufig nickelfreie Piercings zu Testsiegern gekürt.

Bevor es an die Auswahl eines schönen Designs für das Körperpiercing geht, rät die Redaktion von Krone.at Ihnen dazu, über das Material des Piercings zu entscheiden. Es gibt Stecker, Ringe, Piercing-Clicker und Stäbe sowie Piercing-Kugeln aus ganz unterschiedlichen Material-Typen. Am häufigsten sind Chirurgen-Stahl, Titan, Acryl und Teflon (PTFE) zu finden.

Die bekanntesten Marken und Hersteller aus der Kategorie Piercing und Piercingschmuck sind: Eeddoo, Piercedoff, Modern Nature, Piercingline und Treuheld.

Material Vorteile Nachteile
Chirurgen-Stahl + günstiger Preis
+ viele Varianten und Farben
+ lässt sich sterilisieren
- kann Nickelanteile enthalten
- schwer
- als Material für ein Lippenpiercing kann es die Zähne schädigen
Titan + vollständig nickelfrei, dadurch besonders auch als Erstpiercing geeignet
+ Wunde heilt schneller, weil keine Entzündungen entstehen
+ besonders robust
- etwas teurer
- als Material für ein Lippenpiercing kann es die Zähne schädigen
Teflon + besonders gute Hautverträglichkeit
+ nickelfrei, daher als Erstpiercing sehr gut geeignet
+ Wundsekrete haften nicht, Wunde heilt gut
+ flexibles Material mit hohem Tragekomfort
+ Stablänge lässt sich nach Belieben kürzen
- empfindliches Gewinde
- glänzt nicht wie Titan oder Chirurgen-Stahl
Acryl und Silikon + sehr glatte Oberfläche, gut als Plugs und Dehnungsstifte geeignet
+ hohe Verträglichkeit
- hat kleinste Poren, in denen sich Hautabsonderungen und Körperflüssigkeiten ansammeln können, deshalb auch nicht als Erstschmuck geeignet
- sehr zerbrechlich, kann unter Druck oder stärkerer Belastung brechen oder splittern
Gold 750, 18 karat + sehr edel - in Verbindung mit Schweiß, Speichel oder anderen Körpersäften kann der Körperschmuck anlaufen und schwarz werden
- sehr weich und nicht kratzfest
- nicht als Erstschmuck geeignet
Silber 925, Sterling Silber + sehr edel - kann Hautirritationen und Reizungen verursachen
tierische Materialien, Horn, Knochen, Elfenbein + leicht formbar
+ lässt sich glatt schleifen
+ lässt die Haut atmen
+ kühlt bei kälteren Temperaturen nicht aus
- können austrocknen und Risse bekommen
- bei schlechter Reinigung bilden sich leicht Bakterien
- als Erstschmuck ungeeignet

Fazit der Krone.at-Redaktion: Chirurgen-Stahl, Titan und Teflon sind die Materialien, die wir Ihnen unter Berücksichtigung der notierten Einschränkungen empfehlen möchten, wenn Sie erstmals im Piercing-Studio sind oder sich beim Juwelier Piercing-Schmuck aussuchen. Auch bei Drogerien wie Rossmann oder DM könnten Sie Piercings finden.

3. Welche Größe ist die richtige?

Damit Ihr neues Piercing passt, müssen Sie wissen, welche Größe Ihr Piercing hat oder wie Sie die Größe selbst ermitteln können. Zum Ausmessen eines Piercings verwenden Sie am besten eine Schieblehre, die sich millimetergenau einstellen lässt. Wo Sie das Maß ansetzen, zeigt diese Tabelle:

Piercing wo messen?
Plug, Stretcher, Tunnel Außendurchmesser
Tunnellänge von Rand zu Rand
Gerade Stäbe, auch Straight-Barbells genannt zwischen den Kugeln oder Enden messen
Lippenstecker, Labrets zwischen Kugel und flachem Ende
Bananen, auch Curved-Barbells genannt nach dem kürzesten Teil zwischen den Kugeln in gerader Linie
Nasenstecker seitlich
Stretcher, Taper an der dicksten Stelle
Kugeln und Aufsetzer jeglicher Art außen
Spitzen in Höhe und Breite

So sollte der Piercer im Piercing-Studio vorgehen. Auch bei der Wahl des Piercings beim Juwelier sollten Sie diesen Messtipps folgen:

3.1. Wie bestimmen Fachleute die Größe von Piercing-Stäben?

Piercing Schmuck

Piercing-Schmuck hat oft ganz spezielle Bezeichnungen. Captive-Bead-Rings sind sogenannte geschlossene Ringe. Circular-Barbells sind offene Ringe.

Piercing-Stäbe messen Sie immer zwischen den Kugeln. Das bedeutet, dass Sie das Gewinde niemals mit messen. Gebogene Stäbe, auch Bananen genannt, messen Sie innen an der kürzeren Seite, niemals außen. Die Stabstärke liegt meist zwischen 1,2 und 1,6 mm. Es gibt auch dickere Stäbe, die jedoch nur selten Verwendung finden. Sie sind bei gedehnten Piercings gebräuchlich. Die gebogenen Stäbe von Augenbrauenpiercings sind in der Regel 1,2 mm dick. Auch im Bereich der Lippen haben die meisten Piercingstäbe diese Stärke. Zungen- oder Bauchnabelpiercings sind etwas dicker, mit einem Durchmesser von 1,6 mm. Im Intimbereich sind dickere Materialstärken von 3 bis 10 mm beliebt.

3.2. Wie bestimmen Fachleute die Größe von Piercing Ringen?

Die Größe von Piercing-Ringen bestimmt sich nach dem größten Innendurchmesser.

  • Geschlossene Ringe, also Captive-Bead-Rings (CBR) oder Ball-Closure-Rings (BCR), sind universell einsetzbar, beispielsweise an Ohr, Lippe, Augenbraue, im Intimbereich und fast allen anderen Stellen auch.
  • Die Größe der offenen Ringe, Circular-Barbells genannt, bestimmt sich ebenfalls nach dem größten Innendurchmesser. Sie lassen sich ebenfalls universell verwenden.

4. Wichtige Fragen und Antworten aus Körperschmuck-Tests im Internet

4.1. Warum ist der erste Piercingeinsatz länger?

Beim Durchstechen der Haut kann es zu leichten Schwellungen kommen. Durch den längeren Stift ist es trotz Schwellung möglich, das Piercing zu reinigen. Außerdem entstehen keine Druckschmerzen.

4.2. Wie reinige ich ein Piercing?

Grundsätzlich ist es wichtig, das Piercing immer mit sauberen Fingern anzufassen. Am Anfang sollten Sie es höchstens zweimal am Tag desinfizieren. Dabei hilft ein Wattestäbchen. Da es sich nur um eine kleine Verletzung der Haut handelt, sollten Sie die Haut nicht durch zu viel Desinfektionsmittel überreizen. Normalerweise genügt es, das Piercing gelegentlich herauszunehmen, gründlich zu reinigen und wieder einzusetzen.

4.3. Kann ein Piercing herauswachsen?

Es kommt immer wieder vor, dass der Körper ein Piercing abstößt. Sie können durch eine gute Pflege und korrekte Nachsorge nach dem Stechen dafür sorgen, dass der Körper den Schmuck besser akzeptiert. Falls es Anzeichen gibt, dass das Piercing herauswächst, sollten Sie das Piercing entfernen, um unnötige Narbenbildung zu verhindern.

4.4. Wie wechsel ich ein Piercing?

Nach dem Stechen sollte der Schmuck eine Weile im neuen Stichkanal verbleiben. Ein zu früher Wechsel kann zu Komplikationen und unerwünschten Nebenwirkungen führen. Die Aufsätze lassen sich meistens schon nach kurzer Zeit ohne Probleme wechseln. Das ist besser als den kompletten Schmuck zu wechseln. Beim Wechsel des Piercings sollten Sie das Piercing desinfizieren, um zu verhindern, dass sich das Gewebe rund um das neue Piercing entzündet. Über weitere Risiken des Schmucks berichtet die Stiftung Warentest, die selbst keinen Piercing-Test durchgeführt hat.

Bildnachweise: Amazon.com/PiercedOff, Shutterstock.com/D69, Shutterstock.com/DTren, Shutterstock.com/yurakrasil, Shutterstock.com/Photoroyalty, Shutterstock.com/fukume (chronologisch bzw. nach der Reihenfolge der im Kaufratgeber verwendeten Bilder sortiert)