Die milden Temperaturen und das warme Wetter locken viele Wanderer in die alpine Landschaft. Norbert Zobl ist Bergführer sowie Landesalpinreferent im Landesverband des Alpenvereins. Im Interview liefert er wichtige Empfehlungen für mehr Sicherheit am Berg und verrät seine Top-Wanderziele im Tiroler Frühling.
Herr Zobl, was sollte man beim Wandern in höheren Lagen stets dabeihaben?
Ist man im Frühling hoch oben am Berg unterwegs, ist damit zu rechnen, dass man auf Schneefelder und vereiste Stellen trifft. Daher empfiehlt es sich, stets Skistöcke und Snow-Spikes mitzuführen, um auch auf eisigem Untergrund sicher gehen zu können. In den Wanderrucksack gehört überdies auch ein Erste-Hilfe-Seit, warme Kleidung Wechselkleidung, sowie gute Wanderschuhe und ein Biwaksack. Ich empfehle den neuen BIVY 4, ein innovatives Gruppenzelt, das vier Personen Schutz bietet und von der Bergrettung und dem Bergführerverband entwickelt wurde.


Welche Empfehlungen haben Sie für Wanderer, die nach einer Winterpause jetzt ihre ersten Bergwanderungen durchführen möchten?
Ein wichtiger Grundsatz lautet: Man sollte nur gesund in den Bergen unterwegs sein. Krank, angeschlagen oder kurz nach einer Grippe empfiehlt es sich nicht, wandern zu gehen. Zudem ist es im Frühling ratsam, die Kondition langsam aufzubauen und zunächst leichte Wanderungen zu unternehmen, die zum jeweiligen Fitnesslevel passen.
Es ist stets essenziell, jede oberhalb der Wanderung Tallagen sorgfältig zu planen und sich vorher eingehend mit der Route auseinanderzusetzen.
Was ist Ihr liebster Tiroler Wanderweg im Frühling?
Vom Fernpass durch das Gurgltal bis in das Tiroler Oberland führt der 59 Kilometer lange Starkenberger Panoramaweg. Es handelt sich hier um eine mittelschwere Weitwandertour mit wunderschönen Abschnitten. Der Weg entlang der ehemaligen Via Claudia Augusta enthält zudem im Frühling kaum Bereiche mit Schnee und Eis.