Ob Feuerwehr, Bergrettung, Rettungsdienst, Musikkapelle, Sportverein oder soziales Engagement: In Tirol ist freiwillige Arbeit tief in der Gesellschaft verankert. Mehr als jeder zweite Tiroler engagiert sich laut Landeshauptmann Anton Mattle ehrenamtlich. Für Mattle ist das keine Selbstverständlichkeit. „Ehrenamt ist der soziale Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“, betont er.
Genau hier setzt die „Herzensmenschen“-Aktion der „Tiroler Krone“ an. Menschen, die sich unermüdlich für ihre Mitmenschen einsetzen, sollen sichtbar werden. Denn hinter vielen großen Leistungen stehen Persönlichkeiten, deren Namen außerhalb ihres Vereins oder ihrer Gemeinde kaum jemand kennt. Sie organisieren Veranstaltungen, helfen Nachbarn, betreuen Kinder und ältere Menschen, stehen bei Einsätzen bereit oder engagieren sich für wichtige soziale Projekte.
Für Mattle ist es daher wichtig, dem freiwilligen Einsatz nicht nur Anerkennung zu zollen, sondern auch die Geschichten dahinter zu erzählen. „Ehrenamtliche fragen nicht, was sie dafür bekommen“, sagt der Landeshauptmann. Sie würden helfen, weil ihnen andere Menschen und die Gemeinschaft wichtig seien. Genau dieses Engagement wolle die Aktion bewusst vor den Vorhang holen.
Anpacken, wenn jemand Hilfe braucht
Mattle weiß aus eigener Erfahrung, was Vereinsarbeit bedeutet. Sein Weg ins Ehrenamt führte über die Freiwillige Feuerwehr in Galtür und später zur Bergrettung. Auch bei Musikkapellen war er aktiv. Geblieben sind vor allem Freundschaften und das Gefühl, sich aufeinander verlassen zu können. „Nicht lange reden, sondern anpacken, wenn jemand Hilfe braucht“, beschreibt er eine Haltung, die für ihn Tirol besonders auszeichnet.
Doch das Ehrenamt steht auch vor Herausforderungen. Vereine kämpfen mit Bürokratie und der Suche nach Nachwuchs. Mattle will deshalb neue Formen des Engagements ermöglichen – etwa zeitlich begrenzte oder projektbezogene Tätigkeiten. Junge Menschen müssten nicht mehr unbedingt jahrzehntelang dieselbe Funktion ausüben, um wertvolle Beiträge zu leisten.
Auch die Politik sei gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern. „Politik kann Engagement nicht verordnen“, sagt Anton Mattle. Sie könne aber für Rechtssicherheit, Versicherungsschutz, Weiterbildung und Anerkennung sorgen.


Bei der „Herzensmensch“-Aktion der „Tiroler Krone“ zählt jedoch vor allem eines: die Menschen selbst. Bis vor kurzem konnten die Tiroler Personen nominieren, die sich in besonderer Weise für andere einsetzen. Mehr als 8000 Vereine sind landesweit im sozialen Bereich und im Freiwilligensektor aktiv. Eine Jury wählt nun daraus die Herzensmenschen aus.
Die Auszeichnungen werden am 27. November bei der Herzensmensch-Gala im Landhaus überreicht. Weitere Infos unter www.krone.at/herzensmensch-tirol